Ökumenisches Heiligenlexikon

Faustinus

Gedenktag katholisch: 29. Juli
     Hochfest in der Stadt Fulda
     Gedenktag im übrigen Bistum Fulda
Name bedeutet: der kleine Glücksbringer (latein.)
Märtyrer
† um 304 in Rom

Buchmalerei: Martyrium von Faustinus und Simplicius, 14. Jahrhundert, aus: Richard de Montbaston u.a.: Vies de saints, Paris

Buchmalerei: Martyrium von Faustinus und Simplicius, 14. Jahrhundert, aus: Richard de Montbaston u.a.: Vies de saints, Paris   

Faustinus war der Bruder von Rufus und Simplicius. Die Leichname der nach der Legende unter Diokletian gemarterten und enthaupteten römischen Brüder wurden demnach von ihrer Schwester Beatrix aus dem Tiber gezogen und im Coemeterium ad Ursum pileatum, dem Friedhof des mit einer Filzkappe bedeckten Bären, beigesetzt. Auch Beatrix wurde dann ergriffen und getötet.

Das Grab der Märtyrer ist in alten Dokumenten wenig bezeugt. Es befand sich im Coemeterium der Generosa beim 6. Meilenstein an der Via Portuensis im heutigen Stadtteil Corviale, dort ist auch ein Fresko der Brüder. Ihre Reliquien wurden 683 von Papst Leo II. nach Rom auf den Aventin überführt. Bonifatius brachte Reliquien von Faustinus, Simplicius und Beatrix in seine Klosterkirche nach Fulda. Reliquien von Faustinus kamen - wohl im 16. Jahrhundert - auch nach Erbendorf in Bayern. Erzählt wird, dass die Pferde beim Transport im Morast eingesunken seien und der Wagen nicht mehr flott zu kriegen war, so dass man die Gebeine auf dieses Zeichen hin an diesem Ort beließ.

Patron von Fulda





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 9. Herder, Freiburg im Breisgau 2000


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