Ökumenisches Heiligenlexikon

Ferdinand III. von Léon und Kastilien

Gedenktag katholisch: 30. Mai

Name bedeutet: der friedliebende Kühne (althochdt.)

König von Léon und Kastilien
* (24.?) Juni 1201 im heutigen Zisterze Valparaíso bei Salamanca in Spanien
† 30. (?) Mai 1252 in Sevilla in Spanien

Kartenskizze

Ferdinand III.

Ferdinand III.

Ferdinand III. war der Sohn von König Alfons IX. von Léon und der Berenguela von Kastilien, der Schwester von Blanca. Mit 17 Jahren bestieg er den Thron von Kastilien, der ihm durch den vorzeitigen Tod von König Heinrich I. überraschend zugefallen war. Mit 19 Jahren heiratete er Beatrix - genannt Elisabeth -, die Tochter des Staufers Philipp von Schwaben. 1230 konnte er sich auch den Thron des Königeiches León sichern, indem er seine beiden Halbschwestern auszahlte; so vereinigte er Léon wieder mit Kastilien. 1237 heiratete er in zweiter Ehe Johanna von Ponthieu und Montreuil.

Mit der Macht beider Königreiche kämpfte Ferdinand gegen die Mauren und eroberte Südspanien zurück: 1235 eroberte er Córdoba, und verleibte es seiner Herrschaft ein, es folgten bis 1244 das Guadalquivir-Tal die strategisch wichtigen Stützpunkte Arjona, Priego und Jaén von 1244 bis 1246 und 1248 das Reich von Sévilla mit allen bedeutenderen Städten der andalusischen Küste. Er ließ die von den Muslimen zurückeroberten Gebiete wieder durch Christen besiedeln und unterstützte die Verbreitung der Dominikaner und Franziskaner in seinem Reich, förderte den Kirchenbau, z. B. die Kathedrale von Burgos, und gründete die Universität von Salamanca, die eine der größten und berühmtesten des Mittelalters wurde.

Außenpolitisch sicherte Ferdinand seine Machtstellung durch Heiratspolitik ab und baute so Beziehungen zu Frankreich, England und Norwegen auf; seine Bindung zur Stauferdynastie begründete sogar Ansprüche auf Sizilien, den deutschen Königsthron und das römische Kaisertum.

Ferdinands Sinn für Gerechtigkeit wurde selbst von seinen Gegnern anerkannt; er versuchte, auch als König als Christ zu leben. So habe er die Virgin de los Roses, eine Marienfigur, die er der Überlieferung nach von seinem Vetter Ludwig IX. von Frankreich erhalten hatte, bei kriegerischen Auseinandersetzungen immer mit sich geführt; die Figur steht heute in der Kathedrale von Sevilla als Schutzpatronin der Stadt.

Ferdinand starb nach seiner Lebensbeichte und wurde im Gewand der Franziskaner-Tertiare, in der Kathedrale von Sevilla bestattet.

Kanonisation: Ferdinand wurde 1671 durch Papst Clemens X. heiliggesprochen.
Attribute: Schwert, Kreuzfahne, als Drachentöter (wegen seines Kampfes gegen die Maueren)
Patron der Gefangenen und der Armen

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia


Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• P. Ezechiel Britschgi: Name verpflichtet. Christiana, Stein am Rhein, 1985
• http://www.rafaes.com/advocacion-fernando.htm
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
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