Ökumenisches Heiligenlexikon

Franz von Paola
italienischer Name: Francesco

Gedenktag katholisch: 2. April
     nicht gebotener Gedenktag
Name bedeutet: der Franke (latein.)
Einsiedler, Ordensgründer
* 27. März 1416 (1438 ?) in Paola bei Cosenza in Italien
† 2. April 1507 in Plessis-les-Tours in Frankreich
Kartenskizze Kartenskizze

Francesco d'Alessios Eltern hatten befürchtet, keine Kinder haben zu können; als aber ihr Gebet zu Franziskus von Assisi mit einer Schwangerschaft endete, versprachen die dankbaren Eltern, ihr Kind nach diesem Heiligen zu benennen; als der kleine Junge schwer erkrankte, versprachen die Eltern, im Falle einer Heilung solle er ein Jahr lang die Franziskanerkutte tragen.

Mit dreizehn Jahren ließ Francesco sich als Oblat im Franziskanerkloster in San Marco Argentano aufnehmen und fiel dort bald durch seine Frömmigkeit, seine asketischen Neigungen, seinen Gehorsam und durch kleine Wundertaten auf. Mit Fünfzehn verließ er das Kloster, um als Einsiedler in einer Felsengrotte nahe seines Heimatortes Paola zu leben. Bald schon wurde seine Höhle zu einem Ort, wo viele Menschen Rat und Hilfe suchten; andere kamen, um ebenso wie Franz zu leben. 1454 errichtete er ein Kloster für sich und seine Gefährten; beim Bau soll er mit vielen Wundern geholfen haben.

Francesco wurde mit diesem Kloster der Gründer des Ordens der Eremiten des Heiligen Franz von Assisi, auch Paulaner genannt oder Minimi, weil sie noch bescheidener als die franziskanischen Minoriten lebten; der Genuss von Fleisch und jeglichen Tierprodukten war untersagt, strengste Kasteiungen gehörten zur Lebensweise. Francesco legte eine verschärfte Franziskanerregel zugrunde, die 1474 vom Papst bestätigt wurde. Auch in Deutschland gründete er Niederlassungen.

Zahlreiche Heilungen und Totenerweckungen werden Francesco zugeschrieben, glühende Kohlen soll er ohne Schaden in der Hand gehalten, auf seinem Mantel stehend die Meerenge von Messina durchfahren haben. 1482 wurde er zu König Ludwig XI. von Frankreich nach Plessis-les-Tours gerufen, damit er diesen von schwerer Krankheit heile. Francesco teilte der Überlieferung nach dem oft grausam herrschenden König mit, dass er ihn nicht von seiner Krankheit befreien könne, ihn aber auf einen christlichen Tod vorbereiten wolle - ein Angebot, das der König tatsächlich akzeptierte; der König starb 1483 in seinen Armen. Francesco behielt auch am königlichen Hof seinen asketischen Lebensstil bei und vermochte nicht zuletzt deswegen friedenvermittelnd zu wirken und im Sinne von Kirche und Papst Sixtus IV. Einfluss auf Ludwig XI. und dann auf seine Nachfolger Karl VIII. und Ludwig XI. auszuüben.

Gaetano Gandolfi: Maria mit Andreas (links), Antonius von Padua (ganz rechts) und Franz, um 1793, im Dom in Spoleto

Gaetano Gandolfi: Maria mit Andreas (links), Antonius von Padua (ganz rechts) und Franz, um 1793, im Dom in Spoleto   

In dem für Francesco von König Karl VIII. erbauten Kloster in Plessis-les-Tours starb er nach einem Leben in strengster Askese mit 91 Jahren.

Kanonisation: Schon 1519 wurde Francesco heiliggesprochen.
Patron der Einsiedler, Leidenden und Seeleute; für Nachkommenschaft; gegen Pest

Stadttor in Paola, gekrönt von der Statue von Franz Bilder aus dem Santuario Franz von Paola


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Web 3.0 - Leserkommentare:

Hallo,
Franz von Paola heißt eingedeutscht auch Franz von Paula. Die Paulaner-Brauerei in München hat den Namen vom Orden der Paulaner. Auf diese Paulaner-Brüder geht das Starkbier zurück, der Salvator. Mit diesem Starkbier haben die Mönche seinerzeit den Namenstag ihres Ordensgründers, eben Franz von Paola, am 2. April gefeiert.
Der Beginn der Starkbierzeit in München (Nockerberg etc.) hat damit indirekt etwas zu tun.
Genaues müssen sie selber rausfinden. Betreiben sie mal ordentliche Recherche! (das Heilgenlexikon ist ziemlich oberflächlich. Mehr Klasse statt Masse!)
Gruß

L. Albrecht über E-Mail, 29. Februar 2010





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Erhard Gorys: Lexikon der Heiligen. dtv, München 1997
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://www.nga.gov/cgi-bin/pimage?215+0+4
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000


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