Gedenktag katholisch: 10. Januar
Name bedeutet: die Fränkische (latein.)
Léonie Aviat kam im Alter von elf Jahren in das Pensionat der Schwestern der
Heimsuchung in Troyes.
Mit 18 Jahren ging sie zu ihrer Familie zurück und übernahm die Führung von
deren Geschäftshaushalt in Sézanne.
1866 berief Aloisius
Alexander Brisson, der Kaplan des Klosters der Schwestern der Heimsuchung in
Troyes, Léonie als Leiterin der von ihm gegründeten Unterstützungs-Einrichtungen
für die Textilarbeiterinnen in Troyes. 1871 legte sie im Mutterhaus in Troyes
ihre Ordensgelübde ab; der Ordensname Franziska Salesia drückte aus, dass die
Spiritualität des Franz von Sales ihr Leben
und Wirken prägen sollte. Ihr Wahlspruch war: M'oublier entièrement
, Mich
selbst ganz vergessen
.
Zusammen mit Brisson
gründete sie dann die Kongregation der Oblatinnen
des hl. Franz von Sales
, die sich die Betreuung von Mädchen zur Aufgabe
machte, die als billige Arbeitskräfte in den Industriebetrieben arbeiteten.
Für sie wurden Wohnheime gegründet, später auch Werkstätten und Schulen. Bald
schon gesellten sich zu Léonie weitere junge Frauen, die in diese neue
Gemeinschaft der Oblatinnen eintreten wollten. In Troyes,
in Paris,
in heute Plancy-l'Abbaye
und in vielen Städten Frankreichs entstanden Arbeiterinnenwerke und Schulen,
bald gingen Oblatinnen auch in die Schweiz, nach Österreich, nach Italien, nach
Südafrika und Südamerika. 1875 wurde auf Initiative der Heimsuchungsschwester
Marie de Sales Chappuis auch die Priestergenossenschaft der Oblaten des
Heiligen Franz von Sales
ins Leben gerufen.
Kaum 20 Jahre nach der Gründung der Kongregation wurden Schwestern nach
Südafrika und Lateinamerika, dann in die Schweiz, nach Österreich, Italien und
England geschickt, später wurden auch Niederlassungen in Deutschland und in den
USA gegründet.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlebte die Kongregation einen schweren Rückschlag: durch die Gesetze der religionsfeindlichen Regierung in Frankreich wurden im Jahre 1903 an einem Tag 23 Häuser geschlossen und zur Versteigerung freigegeben. Franziska verlegte 1904 das Mutterhaus von Troyes nach Perugia in Italien, nur wenige Schwestern blieben in Frankreich, um wenigstens einen Teil der Arbeiterinnenwerke und Schulen zu retten.
Am 11. April 1961 wurden die vollkommen erhaltenen sterblichen Überreste von Franziska Salesia von Perugia nach Troyes überführt und im Mutterhaus beigesetzt.
Kanonisation:
Franziska Salesia wurde 1992 selig und 2001 heiliggesprochen.