Gedenktag katholisch: 7. August
Name bedeutet: der Friedensreiche (althochdt.)
Martin Mendgen: Friedrich Spee, 1938, Städtisches Museum Simeonsstift /
Stadtbibliothek in Trier

Friedrich Spee schloss sich dem Jesuitenorden an. Er lehrte Philosophie an den Universitäten Paderborn, Köln und Trier. Dann wurde er nach Peine gesandt, um im Zuge der Gegenreformation die protestantische Bevölkerung wieder zur römisch-katholischen Kirche zurückzubringen, was er erfolgreich tat.
In viel beachteten Schriften prangerte Friedrich Spee auch seine Kirche und
die verbreiteten Hexenprozesse an. Seine Schrift Cautio criminalis
- Vorsicht
beim Urteilen
, führte 1631 fast zum Ausschluss aus seinem Orden, schon zuvor
war ihm die Lehrerlaubnis entzogen worden. Der zu ihm haltende Ordensprovinzial
sandte ihn nun nach Trier,
wo er eigentlich als Moraltheologie in der Lehre tätig werden sollte, aber
zunächst Opfer des 30-jährigen Krieges zu versorgen hatte. Dabei erkrankte er
während einer Epidemie und starb.
Spee gab mehrere Sammlungen geistlicher Lieder heraus und textete selbst
viele Lieder, er ist noch heute im katholischen Gotteslob der häufigste
Liedautor. Seine 1649 erschienene Liedsammlung Trutznachtigall
war gedacht als
katholische Antwort auf die Lieder von Martin
Luther, der auch als Nachtigall von Wittenberg
bezeichnet wurde. Viele der Gesänge von Spee, etwa das berühmte O Heiland, reiß
den Himmel auf
(GL 107) oder das Weihnachtslied Zu Bethlehem geboren
(GL 140)
werden auch von evangelischen Christen bis heute gern gesungen (EG 7 und 32).
1980 wurden Friedrich Spees Gebeine in der Jesuitenkirche in Trier entdeckt und in einem römischen Sarkophag neu bestattet.
Kanonisation:
Die Einleitung eines Verfahrens zur Heiligsprechung ist bislang nicht gelungen.
Leben
und Wirken von Friedrich Spee stellt die schöne Internetsite des Lehrstuhls
für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit der Theologischen
Fakultät der Universität in Trier
dar.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon