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Gerasimus war Sohn eines Priesters. Von 1837 bis 1839 studierte er am Seminar in Tiflis / Tbilissi, dann am Seminar in Pskov in Russland und bis 1849 an der kirchlichen Akademie in St. Petersburg. Im selber Jahr wurde er zum Vizerektor des Seminars von Tbilisi ernannt. Außer kirchlichem Stoff unterrichtete er Physik und Mathematik; außerdem wirkte er als Dozent für Religion am Institut der adligen Frauen. 1851 erlangte Gerasimus den akademischen Grad des Doktors. Seine Tätigkeit umfasste auch ein weites Gebiet von Forschungen auf dem Feld der Psychologie, der Philosophie und der Theologie. 1856 starben seine Frau und die zwei älteren Kinder, wohl wegen einer Choleraepidemie, nach einem Jahr starb auch der jüngere Sohn mit nur fünf Jahren. Gerasimus wurde nun Mönch und erhielt den Namen Gabriel.
Das Leid tilgte aus Gabriels Herzen jedes persönliche Interesse und machte es ganz dem Dienst Gottes und des Volkes ergeben. 1858 wurde Gabriel ArchimandritEin Archimandrit (aus griech.„αρχή, Anfang” und „μάνδρα, Unterkunft”) ist in den östlichen und orthodoxen Kirchen der vorgeordnete Vorsteher eines oder mehrer Klöster, entsprechend etwa dem westlichen Erzabt. Er steht hierarchisch über dem Hegumen. des Klosters Dawit Garedscha ernannt, gegen Ende des Jahres zum Bischof der Stadt Gori geweiht. Zwei Jahre später wurde er in die Eparchie von Imeretien versetzt, deren Bischof er sechsunddreißig Jahre bis zu seinem Tod war. Die Kraft seines Wortes und vor allem sein persönliches Beispiel eines demütigen christlichen Daseins voller Nächstenliebe und Aufmerksamkeit für das tägliche Leben des Nächsten schlugen eine Bresche in die Herzen der Gläubigen und bekehrten ihren Sinn.
Bischof Gabriel war eines der Gründungsmitglieder der Gesellschaft zum öffentlichen
Unterricht der Georgier
. In Kutaisi
gründete er die höhere Schule für adlige Frauen und das Seminar. 1858 erschien sein Werk
Grundlagen der experimentellen Psychologie
, das viele Jahre als Handbuch in den
Seminaren und kirchlichen Akademien in Russland diente. Gabriels Predigten nahmen ihren
Ausgangspunkt in der Auslegung der biblischen Tageslesung, beschränken sich aber nicht auf
theologische Themen; Gabriel bemühte sich, zu den Herzen der einfachen Leute durchzudringen,
versuchte sich in ihre Probleme hineinzuversetzen und die Bürde ihres Lebens auf sich zu nehmen.
Zwei Bände der Predigten wurden erstmals 1865 in Kutaisi gedruckt; im selben Jahr erschien
von dieser Sammlung die englische Übersetzung, 1893 die russische Übersetzung. Der Fall des
kommunistischen Regimes in Georgien wurde 1989 mit einem Nachdruck dieser beiden Bände begrüßt.
Bischof Gabriel war immer für die Unabhängigkeit des geogischen Staates und seiner Kirche aktiv. Dafür erlitt er mehrmals Verfolgung durch die zaristische Obrigkeit, in Einschüchterungsabsicht töteten sie schließlich seinen Sekretär; Gabriel selbst war stets von der Liebe und Wertschätzung des Volkes geschützt.
Kanonisation:
Das Konzil der georgischen Orthodoxen Kirche
kanonisierte den Bischof von Imereti am 20. September 1995.
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