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Buchmalerei aus dem Sakramentar von Karl dem Kahlen: Gelasius I. (links) mit
Kaiser Karl dem Großen (Mitte)
und Papst Gregor dem Großen, um 870, in
der Bibliothèque Nationale de France in Paris ![]()
Gelasius kam 483 in die Kanzlei von Papst Felix
II. und wurde dessen wichtigster Ratgeber. 492 übernahm er selbst das Amt
des Papstes. Er war einer der ersten Päpste, der mit der Zwei-Gewalten-Theorie
die Parität von Papsttum und weltlicher Macht geltend machte, dies gegenüber
Kaiser Anastasius nachdrücklich vertrat und so den Grund legte für die
Machtstellung des mittelalterlichen Papsttums. Priester seinen zwar in
weltlichen Dingen an die Staatsverfassung gebunden, ihnen aber - als Spender der
Sakramente - überlegen.
Gelasius stellte zugleich die päpstliche Rechtsprechung über die allgemeinen Kirchenkonzile. Ihm zugeschrieben wird eine Aufstellung der von der Kirche anerkannten und der verworfenen Schriften der Kirchengeschichte - sie ist aber wohl erst im 6. Jahrhundert entstanden. Aber auch die Fürsorge für Arme lag ihm am Herzen, er forderte den Klerus auf, ein Viertel seiner Einkünfte an Bedürftige abzugeben.
Gelasius wird besonders für seine tatkräftigen Bemühungen um die Neuordnung
der Messfeier gerühmt. Indem er die Verwendung von Brot und Wein beim
Abendmahlsgottesdienst vorschrieb, trug er zur Vertreibung des Manichäismus
aus der Kirche bei, denn dessen Anhänger tranken keinen Wein. Gelasius zählte
zu den herausragendsten Autoren seiner Zeit. Viele seiner Briefe sind erhalten
geblieben, traditionell wird er als Autor des so genannten Sacramentarium
Leoninum
betrachtet, einer Sammlung aus dem 6. Jahrhundert, die Messgebete der
römischen Liturgie enthält.
Das Grab von Gelasius ist unbekannt.
Martyrologium Romanum Flori-Legium
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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