Gedenktag orthodox: 31. August
Name bedeutet: ?
Georgios war kaiserlicher Rat am Hof des byzantinischen Kaisers Johannes VIII. Palaeologus. Der wandte sich an Papst Eugen IV. und das Konzil von Basel mit der Bitte um Hilfe des Abendlandes gegen die Bedrohung durch die Türken und erklärte sich dafür auch zu Verhandlungen über eine Glaubenseinigung bereit.
Buchmalerei: des Patriarchen Gennadius' und seiner Bischöfe Brief an den Bischof
von Rom über das Problem der Simonie. Aus:
Konstantin Daoud von Homs: Buch der kanonischen Schriften, 1866 
1438 wurde das inzwischen nach Ferrara
verlegte Konzil eröffnet,
Gennadius war Sekretär des daran teilnehmenden Kaisers. Am dritten Tagunsort
dieses Konzils, in Florenz,
kam es zur Einigung zwischen Ost- und Westkirche, im Juli 1439 wurde das von 115
Lateinern und 33 Griechen unterschriebene Dekret der Union mit den Griechen
verkündigt.
Das griechische Volk aber lehnte die Union ab, der Papst konnte dem Kaiser nicht wie versprochen gegen die Türken helfen. Georgios schloss sich seinem früheren Lehrer an, dem Metropoliten == Markus Eugenikus von Ephesus, der als Hauptgegner der Union mit Rom auf dem Konzil seine Unterschrift verweigert hatte. Georgios wurde nun Führer der antiunionistischen Partei in Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul. Am Hof in Ungnade gefallen, ging er ins Kloster des Pantokrator, von wo er seinen Kampf gegen die Union fortsetzte.
Das Unionswerk fand 1453 durch die Eroberung Konstantinopels - dem
heutigen Ístanbul
- durch die Türken sein Ende. Mehmed der Eroberer wollte, dass der verwaiste
Patriarchenstuhl wieder besetzt werde, Georgios wurde gegen seinen Willen
einstimmig gewählt. 1454 wurde er als Gennadius II. geweiht und bekam aus der
Hand des Sultans den Hirtenstab. 1456 musste er sein Amt aufgeben und zog sich
erst auf den Athos,
dann ins Prodromoskloster
bei Serres
in Makedonien zurück. 1462 und 1464 konnte er für kurze Zeit nocheinmal sein
Patriarchenamt ausüben.
Georgios schrieb Erklärungen zu Aristoteles und Porphyrius, übersetzte Werke von Thomas von Aquin ins Griechische und verfasste auf Wunsch des Sultans eine katechismusartige Darstellung der Hauptpunkte des christlichen Glaubens in 12 Paragraphen.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon