Ökumenisches Heiligenlexikon

Germanus von Granfelden
auch: von Münster-Granfelden

Gedenktag katholisch: 21. Februar
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Basel

Name bedeutet: der Speermann (althochdt.)

Abt in Grandval, Märtyrer
* um 610 in Trier in Rheinland-Pfalz
† 21. Februar 675 (oder 667) in Grandval im Münstertal bei Basel in der Schweiz

Kartenskizze Kartenskizze





Darstellung des Überfalls auf Germanus, 19. Jahrhundert

Darstellung des Überfalls auf Germanus, 19. Jahrhundert

Germanus, Sohn einer einflussreichen Senatorenfamilie, wurde von Bischof Modoaldus erzogen; er entschloss sich als 17-jähriger - nach dem Tode seiner reichen Eltern - zum Einsiedlerleben und gab sein Vermögen den Armen. Später wurde er Mönch in Remiremont und Luxeuil - dem heutigen Luxeuil-les-Bains -, dort zum Priester geweiht, dann um 640 erster Abt in dem vom Alemannenherzog Gondon gegründeten Kloster Grandval im Münstertal bei Basel. Als er zusammen mit seinem Propst Randoald den Nachfolger Gondons, Athich / Eticho, aufsuchte, um dagegen zu protestieren, dass dieser Arme, Kirchen und Klöster beraubte, und für die durch Kriegswirren bedrängte Bevölkerung eintrat, ermordeten dessen Söldner die beiden.

Germanus' Lebensgeschichte verfasste kurz nach 675 von Bobolenus von Luxeuil.

Germanus' Reliquien kamen zusammen mit seinem um 660 gefertigten Abtsstab - einem der ältesten erhaltenen Abtsstäbe überhaupt - in die Pfarrkirche nach Delsberg / Delémont. Der Abtsstab befindet sich jetzt im Musée Jurassien der Stadt, die Gebeine von Germanus und Randoald in der Pfarrkirche sind prachtvoll hergerichtet als Heilige Leiber. In Trier erinnert bis heute die German-Straße an den Sohn der Stadt.

Die Website der Benediktiner von Le Bouveret informiert in Französisch über Germain et Randoald, Martyrs.


Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Ekkart Sauser. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon, Bd. XIV, Herzberg 1998
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