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Ökumenisches Heiligenlexikon

Gianna Beretta Molla

deutscher Vorname: Johanna


Gianna Beretta Molla
Gianna Beretta Molla

Gianna Beretta, zehntes von dreizehn Kindern einer vom Glauben geprägten Familie - zwei ihrer Brüder wurden Priester, eine Schwester Ordensfrau - engagierte sich schon als Jugendliche in der Katholischen Aktion und caritativ in der Vereinigung des hl. Vinzenz. Möglichst jeden Tag nahm sie an der EucharistieDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. teil. Mehrere Schulwechsel und Umzüge der Familie sowie ihre angeschlagene Gesundheit belasteten die junge Gianna, früh schon verlor sie ihre Eltern durch Krankheiten. Sie studierte Medizin in Mailand und Pavia, promovirte und eröffnete 1949 eine Praxis in ihrem Heimatort. 1952 wurde sie als Fachärztin für Kinderheilkunde approbiert und arbeitete dann in Ponte Nuovo di Magenta und in Mesero. Nachdem sie den Gedanken, ihrem Bruder bei seinem Missionseinsatz für die Kapuziner in Brasilien zu unterstützen, verworfen hatte, entschloss sie sich für eine Ehe und heiratete 1955 den Ingenieur Pietro Molla; aus der Ehe gingen drei Kinder hervor.

Dann wurde Gianna 1961 erneut schwanger. Im zweiten Monat der Schwangerschaft entdeckten die Ärzte im Krankenhaus in Monza einen Tumor an ihrer Gebärmutter, der es ihr nicht erlaubt hätte, das Kind auszutragen. Im Vertrauen auf die göttliche Vorsehung entschied Gianna Molla jedoch, man möge nur den Tumor entfernen, um das Leben des ungeborenen Kindes zu retten. Die schwierige Operation verlief erfolgreich, aber weitere Komplikationen waren vorauszusehen. Am Karsamstag kam ihr viertes Kind, Gianna-Emanuela zur Welt; Gianna Mollas Gesundheitszustand verschlechterte sich zusehends; genau eine Woche später starb sie, wenige Stunden, nachdem man sie nach Hause entlassen hatte.

Gianna wurde auf dem Friedhof in Mesero bestattet. Reliquien liegen auch im Kloster in Ottobeuren.

Kanonisation: Papst Johannes Paul II. hat die Abtreibungsgegnerin Gianna Molla am 24. April 1994 - nur 30 Jahre nach ihrem Tod - selig- und am 16. Mai 2004 heiliggesprochen.



Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 14.11.2014
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel

Quellen:
• Faltblatt Heilige Gianna Beretta Molla
• Thomas Stahl. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. XXIX, Nordhausen 2008