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Ökumenisches Heiligenlexikon

Gregor III.

Gedenktag katholisch: 10. Dezember
Messe an einigen Orten: 28. November

Gedenktag orthodox: 10. Dezember

Name bedeutet: der Wachsame (griech. - latein.)

Papst
* in Syrien (?)
† 28. (?) November 741 in Rom

Kartenskizze

Gregor war Priester an S. Crisogono in Rom, er wurde 731 als Nachfolger von Gregor II. zum Papst gewählt. In seiner Amtszeit spitzte sich der Streit um die Bilderverehrung, die schon Gregors Vorgänger Gregor II. unterstützt hatte, zu. Der oströmische Kaiser Leon III. verbot 726 die Bilderverehrung und gebot die Entfernung aller Ikonen aus den Kirchen; ein weiteres bilderfeindliches Edikt folgte 730. Gleich zu Beginn seines Pontifikats schickte Gregor dem byzantinischen Kaiser die Aufforderung, die Verehrung der Ikonen zuzulassen; Leon ließ den Boten ins Gefängnis werfen. Gregor ließ nun 731 auf einer SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Rom alle Bilderstürmer - damit auch den Kaiser - exkommunizieren, Leon schickte daraufhin eine Kriegsflotte, die aber wegen eines Sturmes unterging.

Gregor brach nun die Verbindungen mit Byzanz ab und stiftete 732 ein mit vielen Reliquien und Bildern ausgestattets Heiligtum für Alle Heiligen im Petersdom und ein weiteres in der Kirche S. Paolo fuori le Mura. Leon entzog dem Papst als Antwort den Großteil seiner Einkünfte, indem er die Bistümer in Süditalien, Sizilien und Illyrien dem Patriarchen von Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul - unterstellte. Gregor verlegte nun seine Aktivitäten nach dem Norden: er ernannte 732 Bonifatius, den Glaubensboten in Deutschland, zum Erzbischof, verlieh ihm das Recht, in Deutschland Bistümer zu gründen, und er intensivierte die Kontakte nach England. 735 verlieh er Egbert von York das Pallium. Als Bonifatius 738 zum dritten Mal nach Rom reiste, legte Gregor ihm erfolgreich nahe, seine Pläne zur Mission in Sachsen aufzugeben und stattdessen als päpstlicher Vikar die Organisation der Kirche in Bayern und im alemannischen Raum zu stärken.

Zum Schutz gegen Rom bedrohenden Langobarden schloss Gregor ein Bündnis mit den Herzögen von Benevent und Spoleto. Als Langobardenkönig Liutprand 739 gegen Rom zog, bat Gregor den fränkischen Hausmeister Karl Martell um Hilfe, der aber eine militärische Aktion ablehnte; auch ein weiterer Hilferuf 740 war vergeblich.

Gregor III. war neben seinem Vorgänger Gregor II. der bedeutendste Papst des 8. Jahrhunderts, zugleich wegen der Spannungen mit Byzanz eines der schwierigsten der Kirchengeschichte.

Patron der Heilkundigen

Catholic Encyclopedia

Schriften von Gregor und seine Lebensgeschichte gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.




Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 00.00.2014
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel

Quellen:

• Friedrich-Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. II, Hamm 1990
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 4. Herder, Freiburg im Breisgau 1995