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Gustav II. Adolf aus dem Hause Wasa wurde im Alter von 16 Jahren König. Er
war ein intelligenter und gebildeter Mann, sprach sieben Sprachen, war nicht
trunksüchtig oder der Völlerei zugeneigt - eine Ausnahmeerscheinung unter den
Fürsten. Zudem galt als gläubiger, gottesfürchtiger Mann, reformierte grundlegend
Verwaltung und Schulwesen seines Landes. Siegreiche Kriege gegen Dänemark 1611 bis 1613,
Russland 1614 - 1617 und Polen 1621 - 29 machten Schweden zur führenden Macht im
Norden Europas. Im Zuge seiner Politik, die Schweden zur europäischen Großmacht
erheben wollte, aber auch zur Rettung des im Dreißigjährigen Krieges in
Bedrängnis geratenen Protestantismus in Mitteleuropa, griff er militärisch ein;
Ziel war die Wiederherstellung der Reichsverfassung, der gerechten Sache
des
Augsburger Religionsfriedens von 1555, mit dem der Schmalkaldische
Krieg beendet worden war. Die deutschen protestantischen Fürsten hatten aber
nicht die Kraft, sich wirksam der Gegenreformation zu erwehren.
Im Juli 1630 landete Gustav II. Adolf auf Usedom,
verbündete sich 1631 mit Frankreich gegen Habsburg und besiegte im September
1631 bei Breitenfeld
nahe Leipzig den Heerführer des deutschen Kaisers, Feldmarschall Johannes von
Tilly. Binnen Wochen besetzte er die Fürstbistümer neu bis hin nach Mainz
und konnte unterdrücktes protestantisches Kirchentum wieder herstellen. Dann
gelang es ihm 1632, nach der siegreichen Schlacht über Tilly bei Rain
am Lech, bis nach München
ins Zentrum der Gegenreformation vorzudringen. Gustav Adolf wurde von den
Protestanten gefeiert als der biblische Löwe aus Mitternacht
.
Carl Wahlberg: Die Schlacht von Lützen
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In den für den Protestantismus eroberten Gebieten übte Gustav II. Adolf, wie z.B. in Mainz, Toleranz und ließ sogar den Jesuiten das Recht zur Ausübung ihres Gottesdienstes. Die militärischen Erfolge wurden von der protestantischen Bevölkerung in Deutschland begeistert gefeiert, Gustav Adolf wurde als Retter und Befreier empfangen und ermöglichte das Überleben des Protestantismus, der sonst wohl unter den Heeren des katholischen Kaisers wieder zugrunde gegangen wäre.
Gustav Adolf fiel dann überraschend in der - für die Schweden dennoch siegreichen -
Schlacht gegen Wallenstein bei Lützen.
Dies wollte zunächst kaum jemand glauben: in Augsburg
hieß es, er werde bald wider ankommen, den bayerfürsten ganz auszutilgen
,
am englischen Königshof wettete man 1,5 Millionen Pfund auf sein Überleben.
Skulptur am Rathaus in Lützen
200 Jahre nach dem Tode Gustav Adolfs wurde bei Lützen
ein Denkmal für den Schwedenkönig errichtet; aber es sollte auch ein
lebendiges Denkmal
errichtet werden: eine Gruppe von Leipziger
Bürgern organisierte nach dem Muster der englischen Pfennigsvereine, wo man auch
mit einer geringen Geldgabe Mitglied sein konnte, eine Gustav-Adolf-Stiftung
,
deren Zinsen bedrängten evangelischen Glaubensgenossen
zugute kommen sollte.
Daraus entwickelte sich das Gustav-Adolf-Werk
der Evangelischen Kirche, das
weltweit Protestanten in der Diaspora unterstützt.
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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