Ökumenisches Heiligenlexikon

Habib von Nekresi

Gedenktag orthodox: 13. November, 29. November

Name bedeutet: der Geliebte (aramäisch)

Bischof von Nekresi, Mönch, Märtyrer
† um 565 in Mtskheta in Georgien


In der ältesten seiner Lebensgeschichten wird Habib als Bischof von Nekresi - heute Ruinen bei Tiflis / Tbilissi - vorgestellt in einer Zeit, in der Ostgeorgien unter der persischen Herrschaft litt, also von 550 bis 580. Die Perser hatten überall Altäre errichtet zur Entzündung von Feuern, mit denen sie ihren Kult feierten. Habib löschte das Feuer in Nekresi, indem er Wasser auf den Altar goss. Sofort wurde er festgenommen, in die Hauptstadt Mtskheta gebracht, zum Tod verurteilt und hingerichtet.

Christen sammelten seine Reliquien und setzten sie bei; später entstand an diesem Ort in Mtskheta ein Kloster und die Bischofskirche der Stadt, in der Habibs Reliquien verehrt werden.

Kloster Nekresi heute

Kloster Nekresi bei Tiflis/Tbilissi heute

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Die erste Lebensgeschichte von Habib kann vielleicht auf die erste Hälfte des 7. Jahrhunderts datiert werden. Diese Vita wurde im 10. Jahrhundert weiterentwickelt, sie betont nun seine freundschaftlichen Beziehungen zu Simeon Stylites sowie die Zeitgenossenschaft mit Johannes Sedasneli.

Eine Überlieferung aus dem 9. Jahrhundert lässt den Ursprung der Verehrung für Habib in die Zeit dieser ersten Vita zurückgehen. Die Landesfürsten förderten damals die Verehrung von Märtyrern mit dem Ziel, im Land das Chrsitentum und damit die nationale Verbundenheit zu stärken. Der Kult des Habib in Mtskheta entstand damals wohl vereint mit dem des Protomärtyrers Stephanus.

Im 12. Jahrhundert wurde Habib in den hagiographischen Zyklus um Johannes Sedasneli und seine Schüler aufgenommen. Nun wird erzählt, dass der Katholikos von Mtskheta, zu Johannes kam, um ihn für einen von zwei vakanten Bischofssitzen zu gewinnen; als der ablehnte, habe er auf ein Zeichen des Himmels Habib für den Stuhl von Nekresi erwählt. Seitdem wird Habib nun als einer der Dreizehn heiligen Väter verehrt.



Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 16.11.2014
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel

Quellen:
• Bibliotheca Sanctorum, Vol XIV, Istituto Giovanni XXIII nella Pontificia Università Lateranense, Roma 2000
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