Ökumenisches Heiligenlexikon

Henoch

Gedenktag armenisch: 26. Dezember
liturgische Feier am 2. Donnerstag nach dem Verklärungssonntag

Name bedeutet: der Eingeweihte (hebr.)

Gottesfürchtiger
* um (nach jüdischer Zeitrechnung:) 5700 v. Chr.
oder (nach jüdischer Zeitrechnung:) 3104 v. Chr.
† ?
oder (nach jüdischer Zeitrechnung:) 2739 v. Chr.

Henoch war nach dem einen - jahwistischen - Überlieferungsstrang der Sohn von Kain, damit der Enkel von Adam und Eva (1. Mosebuch 4, 17) und Namensgeber einer Stadt, die sein Vater erbaute. Nach der anderen - priesterlichen - Überlieferung (1. Mosebuch 5, 18 - 24) war er der älteste Sohn des Jered und damit ein Nachkomme von Seth, dem 3. Sohn von Adam und Eva. Er wurde im Alter von 65 Jahren erstmals Vater des Sohnes == Methusalem und somit Urgroßvater von Noach. Anschließend hat er viele weitere Söhne und Töchter gehabt, dann war er nicht mehr da; denn Gott hatte ihn hinweggenommen, denn Henoch lebte mit Gott. Er erreichte demnach ein im Vergleich zu seinen Eltern und Kindern geringes Lebensalter von 365 Jahren - der Anzahl der Tage eines Sonnenjahres.

Der Hebräerbrief des Neuen Testamentes (11, 5) betont, dass Henoch durch Glauben entrückt wurde, so dass er den Tod nicht sah. Drei apokryphe Bücher tragen Henochs Namen: das 1. Buch Henoch, auch als äthiopisches Henochbuch bezeichnet, das 2. Buch Henoch, das slawische Henochbuch, und das 3. Buch Henoch, das hebräische Henochbuch. In diesen nach Henoch benannten Schriften wird dargestellt, was Henoch bei seinen Himmelsreisen gesehen habe.

Das 1. Henochbuch enthält auch die Beschreibung einer Hölle, in der Menschen gequält werden (Kapitel 21), was im Alten Testament nicht vorkommt. Dies beeinflusste die Vorstellungen der Kirchenväter im 2. bis 4. Jahrhundert und ihre Entwicklung einer Lehre von der Hölle.

Das Wissenschaftliche Bibellexikon im Internet informiert über die Henochbücher.

Online zu lesen in der Übersetzung von Emil Kautzsch: Die Apokryphen und Pseudepigraphen des Alten Testaments, Mohr, Tübingen 1900, gibt es das 1. Henochbuch.

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Quellen:
• Bibliotheca sanctorum orientalium, 2. Bd., Roma: Città Nuova, 1999, Dank an C. S., Brief vom 23. August 2009