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Henri Dunant begleitet schon als Kind seine Mutter bei Armen- und Krankenbesuchen, als Jugendlicher veranstaltete er Abende für Bedürftige, woraus 1852 der Christliche Verein Junger Männer (CVJM) in Genf entstand; bei der Gründung des Weltbundes des CVJM in Paris 1855 war Dunant Delegierter des Genfer Verbands. Er absolvierte eine Banklehre. Mit einem Freund gründete er eine Kolonialgesellschaft und errichtete 1858 eine Mühlengesellschaft in Algerien.
Aufgrund von Problemen mit der Kolonialbehörde reiste Dunant 1859 nach
Italien, um bei Napoleon III. vorzusprechen. Dabei wurde er im Juni Zeuge der
Schlacht bei Solferino,
in der Österreich unterlag und seine Vorherrschaft in Italien verlor. Er erlebte
die unzureichende Versorgung der über 40.000 Verletzten und Toten, was ihn zu einer
spontanen Hilfsaktion für die Verwundeten beider Seiten veranlasste. Im Journal
de Genêve
konnte er einen Hilfeaufruf für die Verwundeten veröffentlichen,
1860/61 verfasste er das Buch Un Souvenir de Solférino
, Eine Erinnerung an
Solferino
über das Elend der im Krieg Verwundeten, das er 1862 auf eigene
Kosten verlegte. 1863 setzte die Gemeinnützige Gesellschaft
von Genf
auf Dunants Initiative ein Komitee ein als Krankenhelferverband für
kriegführende Armeen. Daraus entwickelte sich der Verband des Roten Kreuzes
.
Dunant reiste durch Europa und warb in der Öffentlichkeit und bei zahlreichen
Regenten für seine Ideen. 1864 wurde bei einer diplomatischen Konferenz das
Genfer Abkommen zur Verbesserung des Loses der Verwundeten auf dem Feld
unterzeichnet: die Genfer Konvention
, die dem Roten Kreuz
im Kriegsfall
neutralen Schutz durch die Kriegsparteien garantiert. Zahlreiche Staaten traten
schon bald der Konvention bei. Im selben Jahr kam es zur Gründung des Roten
Kreuzes
, zunächst mit einem Internationalen Komitee
, das aus 25 Schweizern
bestand, Dunant war Generalsekretär. Die finanziellen Probleme mit seiner
algerischen Mühlengesellschaft nahmen unterdessen zu.
1867 trat Dunant vom Amt des Generalsekretärs zurück und siedelte nach Paris über, wo er in Ärmlichen Verhältnissen lebte. In der Folge führte er ein unstetes Leben in materiellem Elend, lebte in Stuttgart und Rom, auf Korfu, in Basel und in Karlsruhe. Ab 1887 bekam von seinen Angehörigen finanzielle Unterstützung und kam nach Heiden. 1889 verfasste er seine Autobiografie; nach einem Zeitschriften-Bericht über den mittlerweile vergessenen Dunant erhielt er 1897 verschiedene Ehrungen und eine jährliche Rente von der Witwe des russischen Zaren.
Gekrönt wurden die Ehrungen 1901 mit der Verleihung des ersten Friedens-Nobelpreises.
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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