Gedenktag katholisch: 24. September
Gedenktag evangelisch: 24. September
Name bedeutet: der Heeresmann (althochdt.)
Fresko, um 1750, in der Schlosskirche St. Michael in Altshausen

Hermann, Sohn des Grafen Wolfrat II. von Altshausen und von Hiltrud, war schon seit seiner Geburt spastisch gelähmt. Mit sieben Jahren kam er als Schüler ins Benediktinerkloster auf der Reichenau. Er blieb dort als Mönch, war lebenslang an seinen Tragstuhl gefesselt, konnte das Kloster nicht verlassen und nur mit Mühe sprechen. Dennoch wurde er zu einem der bedeutendsten Schriftsteller und Wissenschaftler seiner Zeit und zudem zu einem gefeierten Lehrer. Er wirkte als Mathematiker, Astronom, Musiker und Historiker, schrieb liturgische Gesänge, Gedichte. Um 1043 wurde er zum Priester geweiht, gegen Ende seines Lebens Abt seines Klosters.
Hermann schrieb eine große Chronik der Weltgeschichte von Jesu Geburt bis zu seinem eigenen Todesjahr 1054. Dabei versuchte er, die historische Chronologie durch astronomische Ereignisse zu sichern. Seine kritische, auf Anschaulichkeit bedachte Darstellung lässt kaum Einflüsse antiker Autoren erkennen.
Für Hermanns astronomisch-komputistischen Studien war die Frage nach dem
Verhältnis des Menschen zu der ihm in der Schöpfung Gottes zugewiesenen Zeit der
wesentliche Antrieb. Er verfasste eine Lehrschrift über die Sonnen- und
Mondfinsternisse und mit dem Tabellenwerk des 1042 entstandenen Computus
ein
verlässliches Handbuch der Zeitrechnung (Komputistik). Hermann unterteilte
erstmals die Stunde in die kleinere Einheit von 60 Minuten und revolutionierte
damit die mittelalterliche Zeitrechnung. Er verfasste Anleitungen zum Bau von
Uhren, Quadrantren und Astrolabien, um die Position der Gestirne zu vermessen.
Hermann war auch Musikwissenschaftler, er entwickelte eine eigene
Notenschrift. Daneben trat er als Verfasser von liturgischen Werken
hervor, darunter der beliebten Mariensequenz
Ave praeclara maris stella
. Jahrhundertelang wurden ihm auch die Marienlieder
Salve Regina
, das heute noch in seiner Ursprungsform in aller Welt gesungen
wird, und Alma redemptoris mater
zugeschrieben,
Sein Grab fand Hermann wohl in der Schlosskirche von Altshausen.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Über
die Musiktheorie
Hermanns von Altshausen informiert Wolfram Benz auf seiner Homepage.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
Hallo!
Vielen Dank für Ihre großartige Idee und deren Umsetzung eines ökumenischen Heiligenlexikons!
Hermann der Lahme ist mir nahe, da ich Mathematiklehrer und Musiker bin und außerdem eine
besondere Verehrung für Maria habe wie er. Wenn Sie es noch
nicht wissen: Es gibt eine kleine Schrift
über Hermann von meinem Kollegen Hellmann (!).
Christian Klapper über E-Mail, 20. September 2009