Gedenktag katholisch: 31. Mai
Name bedeutet: der Heeresmann (althochdt.)
Hermann, Sohn einer Adelsfamilie, wurde Stiftsherr an St. Cassius in Bonn und um 1175 Zisterziensermönch in Himmerod. 1189 ging er mit anderen Mönchen aus Himmerod als Gründerabt ins neu gestiftete Zisterzienser-Kloster auf dem Stromberg - dem heutigen Petersberg - im Siebengebirge bei Königswinter; von dort verlegte er - trotz Widerstand der Bevölkerung - die Abtei ins Tal nach Heisterbach. Ab 1195 wirkte er als Abt im Mutterkloster Himmerod.
Wappen von Marienstatt
mit dem Weißdornzweig 
Als um 1212 der Kölner Burggraf Eberhard von Aremberg und seine Gemahlin Adelheid von Molsberg dem Kloster Himmerod Güter auf dem Westerwald stiftete, zog Hermann 1215 wieder zusammen mit zwölf Mönchen aus und gründete das Kloster Marienstatt, zunächst nahe Neunkhausen, dann wegen Erbstreitigkeiten der Stifter 1222 am heutigen Ort, den Graf Heinrich III. von Sayn und seine Frau Mechthild zur Verfügung stellten. Die Legende erzählt, die Gottesmutter sei Abt Hermann im Traum erschienen und habe ihn auf eine Stelle hingewiesen, wo mitten im Winter ein Weißdornstrauch blühe; dort solle er das neue Kloster bauen.
Kurz nach 1225 kehrte Hermann als einfacher Mönch nach Himmerod zurück, wo er bald darauf verstarb.
Hermanns Klöster wurden gegründet, als die Zisterzienserreformen
ihre Hochzeit schon überschritten hatten und schon die ersten Bettelorden auftraten,
die den alten Mönchsorden zunehmend Konkurrenz bereiteten. Das Kalendarium des Ordens
rühmt Hermann als berühmt durch seine Sehergabe, der auch durch viele andere
Wunderzeichen hervorleuchtete
. Die Gründungen Hermanns wurden durch die
Marienstatter Tafeln
von 1324 überliefert; das auch ikonographisch wertvolle
Dokument befindet sich heute im Rheinischen Landesmuseum in Bonn.
Abtei Marienstatt heute
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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