Ökumenisches Heiligenlexikon

Hilarion der Georgier (der Iberer)

Gedenktag orthodox: 19. November
Name bedeutet: der Heitere (griech.)
Einsiedler, Mönch, Klostergründer
* 816 (oder 822) in Kachetien in Georgien
† 19. November 869 (oder 875) in Thessaloniki in Griechenland

Kartenskizze


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Kartenskizze

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Hilarion lebte seit seinem 15. Lebensjahr als Einsiedler in der Mönchswüste von Garedscha, deren Ursprünge auf die Tätigkeit von David im 6. Jahrhundert zurückging. Als ein Bischof ihn bedrängte, Priester zu werden, entzog er sich durch eine Pilgerfahrt ins Heilige Land; dort blieb er sieben Jahre in der großen LauraEine Laura (von griech.„Λαύρα, enge Gasse”) ist eine Art Einsiedlergemeinschaft, bei der die Mönche während der Wochentage jeweils für sich alleine in Höhlen lebten und nur am Wochenende zur Feier der „Göttlichen Liturgie”, zum Gebet, zum gemeinsamen Mahl und zum brüderlichen Beisammensein zusammenkommen. von Mar Saba bei Jerusalem, bis eine Erscheinung der Maria ihn anregte, nach Kachetien zurückzukehren. Mittel aus der reichen Erbschaft seines Vaters verwendete er nun zum Bau zahlreicher Klöster. Die Laura des David im Gebiet von Garedscha organisierte er neu und stattete sie mit einer Regel aus, die auf seinen Erfahrungen in Jerusalem aufbaute: sie unterschied sich von dem absoluten Eremitentum, das bis zu dieser Zeit überwogen hatte, und sah ein zönobitisches, d.h. gemeinschaftliches, Mönchsleben vor; gleichartige Reformen führte um diese Zeit auch von Gregor von Khandza durch. Gefördert wurde die neue Lebensform der Mönche auch durch den Kult, der sich um das von Hilarion errichtete Grab von David von Garedscha entfaltete.

Um 843 reist Hilarion nach Byzanz - dem heutigen Ístanbul -, wo das Ende des Streites um die Verehrung von Ikonen die Entwicklung des Mönchtums beflügelte. Hilarion ließ sich mit einigen georgischen Gefährten auf dem bithynischen Olymp - dem heute Uludag genannten Berg - nieder. Seine Wundertaten überzeugten die griechischen Mönche von der Rechtgläubigkeit dieses Fremden, so dass sie seine Anwesenheit akzeptierten. Nach fünf Jahren ging er - nicht ohne unterwegs einige Wunder zu vollbringen - zur Verehrung der Reliquie des wahren Kreuzes nach Konstantinopel, dann zu den Gräbern von Petrus und Paulus nach Rom, wo er zwei Jahre blieb. Auf der Rückreise ließ er sich bei Thessaloniki in einem Kloster nieder, das ein Adliger für ihn gebaut hatte.

Bei seinem Tod waren die von Hilarion vollbrachten Wunder schon weithin bekannt. Kaiser Basilios I. erfuhr von den Wundern, die sich am Grab Hilarions ereigneten; als er auch davon hörte, dass drei seiner Schüler noch auf dem bithynischen Olymp - dem heutigen Uludag - lebten, ließ er sie kommen und baute für sie in Romana bei Konstantinopel das Kloster der heiligen Apostel; dorthin ließ er auch Hilarions Religuien bringen, die noch im 13. Jahrhundert Gegenstand großer Verehrung waren.

In der georgischen Tradition wird Hilarion als einer der Förderer des zönobitischen Mönchtums in seinem Land und im ganzen byzantinischen Reich betrachtet und verehrt.

Das Leben von Hilarion ist aus einer hagiographischen Erzählung in Georgisch bekannt, von der vier Bearbeitungen bekannt sind; die beiden ältesten stammen vom Ende des 11. oder dem Anfang des 12. Jahrhunderts; die Ursprungsfassung ist wohl auf Mitte des 10. Jahrhunderts zu datieren.





Quellen:
• Bibliotheca Sanctorum, Vol XIV, Istituto Giovanni XXIII nella Pontificia Università Lateranense, Roma 2000


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