Ökumenisches Heiligenlexikon

Ida von Toggenburg
auch: Ita, Idda, Itha, Itta, Ydda, Judith und Gutta

Gedenktag katholisch: 3. November
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Basel und St. Gallen

Name bedeutet: die Seherin (althochdt.)

Inklusin
* um 1175 in Oberkirchberg, heute Ortsteil von Illerkirchberg bei Ulm in Baden-Württemberg
oder in Kirchberg, heute Ortsteil von Thundorf im Kanton Thurgau (?)
† 1226 (?) in Fischingen im Kanton Thurgau in der Schweiz

Ida heiratete der Überlieferung zufolge mit 19 Jahren Diethelf IV. von Toggenburg und nach dessen Tod um 1160 dessen Nachfolger Gottfried von Märstetten. Der bezichtigte sie - wie die Legende erzählt - des Ehebruchs, weil ein Rabe ihren Ehering gestohlen hatte; er stieß sie demnach von seiner Burg - dem heutigen St. Iddaburg - in den Abgrund. Doch die zu Unrecht beschuldigte blieb unversehrt und lebte von nun an als fromme Einsiedlerin in einer Höhle, später in einer Klause bei Au, schließlich als Inklusin beim Benediktinerinnenkloster Fischingen. Ein Hirsch mit zwölf Lichtern im Geweih soll ihr beim Gang zur Mitternachtsmesse stets den Weg geleuchtet haben.

Am 3. November - daher der Gedenktag - soll sie von ihrem Sohn nördlich der damaligen Klosterkirche beigesetzt worden sein. Die Verehrung ist schon vor 1410 nachweisbar. Die Legende verfasste 1481 der Humanist Albrecht von Bonstetten im Kloster in Einsiedeln im Auftrag des Abtes des Klosters in Fischingen. Bald nach ihrem Tod wurde über dem Grab in Fischingen eine Kapelle errichtet, Ida wurde als Heilige verehrt, 1496 ein Kenotaph errichtet. Der Neubau der Klosterkirche führte 1704 zum Abbruch der alten Kapelle und zu einem architektonisch reich gegliederten Neubau. Das Kloster wurde 1848 aufgehoben, aber 1977 wiederhergestellt als Männerkloster Unserer Lieben Frau bei der heiligen Idda.

Kanonisation: Idas Verehrung wurde 1724 vom Papst anerkannt.
Patronin für das Wiederfinden von entlaufenem Vieh

Über St. Iddaburg, den Wallfahrtsort zur heiligen Idda - Einst und Jetzt informiert das Buch von Pfarrer Anton Restle, weiland Wallfahrtspriester.

Buchmalerei: älteste Darstellung der Ida, auf dem Kirchgang mit dem Lichter tragenden Hirsch, in der Stadtbibliothek in Winterthur

Buchmalerei: älteste Darstellung der Ida, auf dem Kirchgang mit dem Lichter tragenden Hirsch, in der Stadtbibliothek in Winterthur


Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• http://www.swp.de/ulm/lokales/alb_donau/St-Ida-gefragt-wie-eh-und-je;art4299,802500
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996
• Michael Tilly. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon, Bd. II, Hamm 1990
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