Gedenktag katholisch: 11. Juni
Name bedeutet: I: der Feurige (latein.)
C: Gottlob (arabisch)
Choukrallah Maloyan wurde in einer armenischen Familie geboren, die der katholischen Kirche angehörte. Im Alter von 14 Jahren wurde er auf Veranlassung seines Pfarrers zur theologischen Ausbildung in den Konvent Bzoummar im Libanon geschickt, wo er den Ordensnamen Ignatius annahm und 1896 zum Priester geweiht wurde. 1897 bis 1910 wirkte er als Pfarrer in Alexandria und in Kairo.
1911 wählte die in Rom versammelte Bischofssynode der armenisch-katholischen Kirche Ignatius Maloyan zum Erzbischof der Diözese Mardin, die länger schon verwaist und in Unordnung geraten war. Im April 1915 begann die Türkei mit der Vernichtung der armenischen Mitbürger. Am 30. April wurde der armenisch-katholische Bischofssitz und die Kirche in Mardin erstmals von der Polizei umstellt. Am 3. Juni wurde Maloyan zusammen mit 27 anderen Persönlichkeiten seiner Kirche in Ketten auf den Hof gezerrt, am nächsten Tag wurden 25 Priester und 860 Gläubige in Ketten gelegt. Vom Polizeichef wurde Maloyan aufgefordert, zum Islam überzutreten, nach seiner Ablehnung wurde er verhaftet und ins Gefängnis geworfen. Am 10. Juni wurden 447 Armenier zusammengetrieben, über eine Wüstenstraße geführt und nach zweistündigem Marsch vor den Augen des Bischofs ermordet. Polizeichef Mamdooh Bek forderte Maloyan nocheinmal auf, Muslim zu werden, auf dessen Ablehnung hin erschoss er ihn mit seiner Pistole.
Andachtsbild des Vatikan zur Seligsprechung
Am 11. Juni 1915 stellte die Polizei in Diyarbakır
einen Totenschein aus: Hinscheiden von Msgr. Maloyan, unterwegs auf einer Reise,
Grund: Herzembolie
. In Wirklichkeit war der armenische Erzbischof mit den 447
christlichen Armeniern auf eine der berüchtigten Reisen
durch die syrische
Wüste geschickt worden. Von den etwa 2500 armenisch-apostolischen Geistlichen
des Osmanischen Reiches haben nur 400 den Völkermord und anschließenden
Verfolgungen überlebt.
Kanonisation:
Ignatius Maloyan wurde 2001 von Papst Johannes
Paul II. seliggesprochen. Auf dem Petersplatz war auch eine Delegation der
armenisch-apostolischen Kirche, die den Patriarchen Karekin II. vertrat, den der
Papst kurz zuvor in seiner Residenz in Etschmiadsin
in Armenien besucht hatte.