Ökumenisches Heiligenlexikon

Innozenz von Berzo
italienischer Name: Innocenzo
bürgerlicher Name: Giovanni Scalvinoni

Gedenktag katholisch: 3. März
     nicht gebotener Gedenktag im Kapuzinerorden: 28. September
Name bedeutet: I: der Unschuldige (latein.)
G: Gott ist gnädig (hebr. - italienisch)
Priester, Ordensmann
* 19. März 1844 in Niardo bei Brescia in Italien
† 3. März 1890 in Bergamo in Italien
Kartenskizze

Mosaik von Italo Peresson: Die Oase des Seligen

Mosaik von Italo Peresson: Die Oase des Seligen   

Giovanni Scalvinoni war Sohn eines Bauern. Nach dem frühen Tod des Vaters wurde er von Kapuzinern erzogen, studierte Theologie in Brescia und Bergamo und wurde 1867 zum WeltpriesterWeltpriester - oder auch Diözesanpriester - sind in der römisch-katholischen Kirche alle Priester, die keinem Orden angehören. geweiht. 1870 begann er seine Arbeit als Kaplan in Berzo Demo, 1874 trat er selbst dem Kapuzinerorden bei und erhielt den Ordensnamen Innozenz; nach seiner Profess 1878 wirkte er als Vizemagister der Novizen. 1880 erhielt er den Auftrag, bei der Zeitschrift der Kapuziner, den Franziskanische Annalen in der Redaktion in Mailand mitzuarbeiten, dann wurde er zum Exerzitienmeister bestellt.

Trotz seiner Talente wirkte Innozenz oft unbeholfen, er musste manche Rüge über sich ergehen lassen, besonders wenn er bei der Messfeier nicht rechtzeitig fertig wurde. Die EucharistieEucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23., das Kreuz und die Kreuzwegandacht, das Gebet sowie die Fürsorge für die Armen waren ihm besondere Anliegen. Um länger in der Kirche bleiben zu dürfen, staubte er die Kirchenbänke immer wieder ab. In der Bibiothek des Klosters hatte er ein Guckloch entdeckt, das den Blick zum Tabernakel freigab; um seine Mitbrüder zu täuschen, hatte er immer ein Buch bei der Hand zum Studieren, in Wirklichkeit hielt er Zwiewache mit dem Herrn im Tabernakel. Als Priester in den zum Kloster gehörenden Gehöften ließ er besonders die Armen oft mit seinen eigenen Speisen verköstigen. In sein Tagebuch schrieb er: Mein größter Wunsch ist es, allen untertan zu sein. ... Ich werde viel zu gut behandelt. Ich würde etwas ganz anderes verdienen. Vor Gott bin ich ein großer Schuldner!

Als Innozenz erkrankte, wurde er in der Pflegestation in Bergamo aufgenommen.

Kanonisation: 1961 wurde Innozenz von Papst Johannes XXIII. seliggesprochen.





Quellen:
• Kapuzinerbuder Martin Steger, Antoniusblatt 9/2009, Meran
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996


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