der Gerechte
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Jakobus war ein Bruder Jesu, in der Aufzählung der Herrenbrüder wird er an erster Stelle genannt (Markusevangelium 6, 3; Galaterbrief 1, 19). Die katholische Überlieferung kennt ihn als Vetter Jesu, weil die Lehre von der Reinheit der Maria keine Geschwister Jesu zulässt, obwohl sie im Neuen Testament (z.B. Markusevangelium 6, 3) erwähnt sind, und identifiziert ihn wie auch die ostkirchliche Tradition - fälschlich - mit Jakobus dem Jüngeren.
Jakobus mit dem Beinamen der Gerechte
war neben Petrus
und Johannes Leiter der ersten Christengemeinde in
Jerusalem
(Apostelgeschichte 12, 17; 15, 13; Galaterbrief 2, 9); die drei werden von
Paulus als die Säulen
bezeichnet
(Galaterbrief 2, 6). Jakobus' Autorität beruhte neben seiner Verwandtschaft mit Jesus
vor allem auch auf einer Erscheinung Christi (1. Korintherbrief 15, 7).
Die Bestätigung seiner einflussreichen Stellung gibt der Geschichtsschreiber
Josephus; er berichtet, wie die Steinigung den Bruder Jesu, des so
genannten Christus, Jakobus mit Namen
, zu Tode bringt.
In der Frage der Beschneidung der Christen - und damit ihrer Eingliederung in die Gemeinde der Juden - war Jakobus der Anführer der Gruppe, die für ein Fortgelten der jüdischen Tradition und das Bekenntnis zu den Wurzeln des Christentums im Judentum votierte: er vertrat aber eine gemäßigte Position, die nicht die Beschneidung, sondern nur grundlegende Reinheitsgesetze als verbindlich erklärte. Damit ermöglichte er die Einigung auf dem Apostelkonzil im Jahr 48 und so die Fortsetzung der Missionsarbeit des Paulus im Rahmen der einen Christenheit (Apostelgeschichte 15, 13 - 21). Jahre später bewog er Paulus zum ausdrücklichen Bekenntnis zum Judentum, konnte aber einen Aufruhr streng gläubiger Juden gegen Paulus nicht vermeiden, der daraufhin von den römischen Behörden in Sicherheit gebracht werden musste (Apostelgeschichte 21, 15 - 34; Galaterbrief 2, 1 - 5).
Wandbild im Kloster Gracanica
im Kosovo 
Jakobus soll als Bischof von Jerusalem eine goldene Platte auf dem Haupt getragen haben. Auch wird erzählt, wie er einen unschuldig Gefangenen auf den Turm seines Gefängnisses steigen ließ und den Turm zur Neigung brachte, damit der Gefangene herabsteigen konnte.
Jakobus erlitt nach zuverlässigen Zeugnissen - so der weltliche Geschichtsschreiber Josephus - den Märtyrertod durch Steinigung: Eusebius berichtete, wie der Hohepriester Hannas II. die Gunst der Stunde des Machtvakuums nach dem Tod des römischen Statthalters Festus zum Schlag gegen den Leiter der Christengemeinde nutzte und Jakobus durch das Synedrium verurteilen und der Steinigung überantworten ließ. Jakobus' Nachfolger als Gemeindeleiter wurde sein Bruder Simon.
Jakobus wird traditionell als Verfasser des neutestamentlichen Jakobusbriefes
betrachtet, der ebenfalls Paulus-kritische
Positionen vertritt, tatsächlich aber wohl erst um 100 abgefasst wurde, wohl von
einem Schüler des Jakobus, der damaliger Sitte entsprechend seinen Namen
verwendete. Die hohe Anerkennung Jakobus' wird deutlich in der Absenderangabe
Jakobus, Gottes und des Herrn Jesus Christus
Knecht.
Auch die Verfasserschaft des außerkanonischen Evangelium des Jakobus
,
ist nicht gegeben. Andere nachbiblische Evangelien nennen Jakobus den Gerecheten
,
gnostische Schriften
bezeichnen ihn als Empfänger von Erscheinungen und Mittler von Offenbarungen. Die
unechten Clemens I. zugeschriebenen
Briefe nennen ihn Bischof der Bischöfe
und begründen damit ein
angeblich schon in seiner Person angelegtes hierarchisches Amtsverständnis.
Bauernregeln:
Phillip und Jakob nass, /
macht dem Bauern großen Spass.
Regen am Phillip- und
Jakobitag deutet ein fruchtbares Jahr an.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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