Ă–kumenisches Heiligenlexikon

Jean (Johannes) Marteilhe

Gedenktag evangelisch: 19. Juli
Name bedeutet: Gott ist gnädig (hebr.)
Glaubenszeuge
* um 1684 in Bergerac in Frankreich
† 6. November 1777 in Culemborg (Cuylenberg) in den Niederlanden
Kartenskizze Kartenskizze

Jean Marteilhe war Sohn einer Familie, die den Hugenotten angehörte. Der Vater wurde ins Gefängnis geworfen, zwei Brüder und eine Schwester Jeans wurden unter Zwang in Klöster eingewiesen, er selbst versuchte, nach den Niederlanden zu fliehen, wurde dabei aber 1700 in Marienbourg ergriffen, dann zur Sklavenarbeit auf einer Galeere verurteilt, die er 13 Jahre lang ableisten musste. Bei einem Seegefecht wurde er schwer verwundet, er blieb verkrüppelt und arbeitete dann vier Jahre als Schreiber in Dünkirchen.

Als die Engländer vor Dünkirchen standen, wurde Marteilhe mit anderen Galeerensträflingen nach Marseille getrieben, nur wenige Gefangene überstanden den Marsch. Die Engländer konnten schließlich ihre Forderung nach Freilassung aller hugenottischen Galeerensträflinge durchsetzen. Protestantische Freunde verhalfen ihm zu einer neuen Existenz in Amsterdam, dort schrieb er seine Mémoires d'un Prostestant, Condamné aux Galères de France pour Cause de Religion, Memoiren eines Protestanten, aus religiösen Gründen zur Strafe auf französischen Galeeren verurteilt, erschienen 1757 in Rotterdam, (deutsch: Galeerensträfling unter dem Sonnenkönig, hrsg. von Eberhard Wesemann 1994). Ab 1758 lebte er in den Niederlanden.

Jean Marteilhes Name steht stellvertretend für die vielen hugenottischen Galeerensträflinge, die Leid und Tod zu erdulden hatten.


Quellen:
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