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Michelangelo: Fresko von 1509 in der Cappella Sistina im Vatikan

Jesaja stammte aus einer vornehmen Familie in Juda und genoss eine gute Ausbildung. Er war verheiratet und hatte mindestens zwei Söhne (Jesaja 7, 3 und 8, 3). Im Todesjahr von König Usia 740/739 v. Chr. wurde er zum Propheten berufen (Jesaja 6, 1), er wirkte bis zum Einfall der Assyrer unter Sanherib 701 v. Chr. zur Zeit des jüdischen Königs Hiskia (Jesaja 36 - 39). In dieser Zeit verbündeten sich Syrien und das Nordreich Israel gegen Juda; Jesaja prophezeite die Niederlage dieser Gegner, aber auch das schnelle Vordringen der Großmacht Assyrien (Jesaja 7 - 8); tatsächlich drangen die Assyrer 732 nach Syrien und Israel vor, 722 wurde das Nordreich vernichtet. Der Assyrer Sanherib belagerte 701 auch Jerusalem, musste aber aufgrund des Eingreifens Gottes wieder abziehen (Jesaja 37, 36 - 37).
Jesaja erhielt bei seiner Berufung zum Propheten (Jesaja 6, 9 - 13) einen
doppelten Auftrag: er sollte die Verstockung des Volkes aufzeigen, ja
herbeiführen. Darauf werde das Gericht folgen, bei dem nur ein kleiner Rest des
Volkes übrig bleibe, mit dem Gott dann seine Heilsgeschichte zum Ziel führen
kann (Jesaja 6, 13). Jesaja wird so auch zum Propheten des erwarteten großen
Heils: Dies wird besonders deutlich in den Büchern, die nicht mehr von Jesaja
selbst, sondern von seinen Schülern stammen (Jesaja 40 - 55, entstanden in der
Exilszeit; Jesaja 56 - 66, aus der Zeit nach dem babylonischen Exil). Christen
erkennen in den Ankündigungen des kommenden Heils (Jesaja 40, 3 - 5) und in den
Liedern vom leidenden Gottesknecht (z. B. Jesaja 52, 13 - 53, 12) Hinweise auf
Jesus Christus; Jesaja wird
deshalb auch der Evangelist des Alten Bundes
genannt.
Raphael: Fresko von 1511/12, in der Kirche S.
Agostino in Rom 
Die Überlieferung berichtet von Jesajas Märtyrertod unter König Manasse (vgl. 2. Könige 21, 16), weil er es gewagt hatte, Jerusalem mit Sodom und Gomorra zu vergleichen (Jesaja 1, 10): Jesaja sei in einen hohlen Baum geflohen, den der König mit ihm habe durchsägen lassen (vgl. Hebräerbrief 11, 37).
Attribute:
Schriftrolle, Säge
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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