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Johann Arndt studierte in Wittenberg,
war als Pfarrer in mehreren Gemeinden in Anhalt
tätig, kam schließlich nach Braunschweig.
Hier veröffentlichte er 1605 das erste Buch vom wahren Christentum
. Dieses
erste lutherische Andachtsbuch erfuhr heftige Kritik der Vertreter der
orthodoxen Lehre Martin Luthers,
weshalb Arndt die zweite Auflage ergänzte und veränderte. Neben theologischen
gab es auch politische GrĂĽnde fĂĽr die Anfeindungen: Arndt lehnte den 1602 durch
Wahlen zusammengesetzten bĂĽrgerlichen Stadtrat ab und trat fĂĽr die alte
Parizierherrschaft ein.
Nach Interventionen seiner Gegner konnte Arndt das zweite Buch vom wahren
Christentum
zunächst nicht drucken lassen, eine nochmalig im Sinne der
lutherischen Orthodoxie veränderte Neuauflage des ersten Buches gab er 1607
heraus. Ihm wurde vorgeworfen, gegen ein Publikationsverbot verstoĂźen zu haben,
verärgert wollte er Braunschweig
verlassen, wurde aber von den Patriziern unterstützt, deshalb blieb er zunächst.
1608 wechselte er doch ins Pfarramt nach Eisleben.
Ermutigung und Hilfe von Johann Gerhard
motivierten ihn, nun das schon länger fertiggestellte Manuskript des zweiten
Bandes drucken zu lassen, die Bände 3 und 4 folgten rasch, 1610 erschien die
erste Gesamtausgabe. Das Werk wurde weithin begeistert aufgenommen und in viele
Sprachen ĂĽbersetzt. Mit seinen AusfĂĽhrungen ĂĽber ein praktisches Christentum
gab er auch im Alltagsleben Wegweisung, Arndt forderte die Vollendung der
Reformation
durch eine Reformation des Lebens
.
1611 kam Arndt als Superintendent nach Celle
und schrieb weitere AndachtsbĂĽcher. Die vier BĂĽcher vom wahren Christentum
wurden die meistgelesene Erbauungsschrift im Protestantismus, sie haben v.a. den
Pietismus bis ins 19. Jahrhundert
beeinflusst, wurden mehr als 200 Mal aufgelegt und in viele Sprachen ĂĽbersetzt.
Philipp Jakob Spener
schätzte Arndt sehr, seine Pia Desideria
erschienen ursprĂĽnglich als Vorrede
zu einer Ausgabe von Arndts BĂĽchern vom wahren Christentum
.
Wahres Christentum. In: Deutsches Pfarrerblatt 12 / 2005