Gedenktag katholisch: 13. Oktober
Name bedeutet:J: Gott ist gnädig (hebr.)
E: der Verkünder des Evangeliums (griech.)
Johann war das sechste von acht Kindern des Landwirts Johann Evangelist
Wagner und dessen zweiter Ehefrau Kreszentia. Das hochbegabte Kind besuchte das
Gymnasium in Dillingen,
und studierte dann Theologie in Dillingen und München,
bis er zum Priester geweiht wurde. 1836 wurde er Präfekt im Priesterseminar in
Dillingen und 1842 - im Alter von nur 34 Jahren - dort Inhaber des Lehrstuhls
für Dogmatik; 1863 wurde er zum Regens des Priesterseminars ernannt, als der er
ob seiner Güte und Milde hoch geschätzt war. 1843 erhielt er zudem die Ernennung
zum geistlichen Direktor
des Dillinger Franziskanerinnenklosters,
als dessen Beichtvater er bereits schon vorher tätig war. Er unterstützte die
Klosterfrauen in ihrem Engagement für die Erziehung und Bildung gehörloser
Mädchen
und Frauen und 1847 bei der Eröffnung einer Schule für Gehörlose.
Liturgische Priestergewänder und Fahnen, die zum Unterhalt der Einrichtung
gefertigt wurden, gingen aus der Dillinger Taubstummenanstalt
bald schon in
alle Welt hinaus; lange vor anderen Einrichtungen und der Bildung des Begriffes
schuf Wagner damit eine Werkstatt für Behinderte
.
Die Aufnahme auch von Schwachsinnigen, Epileptischen, Kretinen und Krüppel
machte die Erweiterung der Dillinger
Anstalt erforderlich, sie erfolgte im Schloss der Grafen von Fugger in Glött
südlich von Dillingen; Vorsteherin und Oberin wurde die Meisterin des Dillinger
Mutterhauses, Schwester Maria Hildegardis, die zweite Tochter von Fidel
Ferdinand Graf Fugger-Glött-Oberndorf. 1872 gründete Wagner in Zell
bei Hilpoltstein eine weitere Filiale, es folgten 1876 Hohenwart
bei Schrobenhausen, 1881 Lauterhofen
und Holnstein
in der Oberpfalz und 1885 in Michelfeld
in der Oberpfalz.
Beim Tod von Johann Evangelist Wagner hatten über 532 behinderte Menschen in
den verschiedenen Einrichtungen Förderung und Heimat gefunden. Die Stadt
Dillingen
ernannte ihn zum Ehrenbürger und benannte eine Straße nach ihm. Im Jahr 2000
bestanden die Regens-Wagner-Stiftungen
aus zwölf großen
Behinderteneinrichtungen.
Kanonisation:
Schon bald nach dem Tod von Johann Evangelist Wagner gab es Bemühungen um eine
Seligsprechung, aber erst 2001 eröffnete der Bischof von Augsburg
das offizielle Seligsprechungsverfahren.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon