Ökumenisches Heiligenlexikon

Johann Laski
polnischer Name: Jan a Lasco

Gedenktag evangelisch: 9. Januar

Name bedeutet: Gott ist gnädig (hebr.)

Archidiakon von Warschau, Superintendent, Reformator in Ostfriesland und Polen
* um 1499 in Łask in Polen
† 8. Januar 1560 in Pińczów bei Krakau in Polen

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Johannes Mencke-Maeler: Johannes a Lasco, um 1555, in der Johannes-a-Lasco-Bibliothek in Emden

Johannes Mencke-Maeler: Johannes a Lasco, um 1555, in der Johannes-a-Lasco-Bibliothek in Emden

Johann Laski, Sohn einer begüterten und einflussreichen Familie, studierte in Rom, Bologna und Padua. 1521 wurde er Dekan in Gnesen - dem heutigen Gniezno - und Sekretär des Königs von Polen. Auf Reisen nach Deutschland und in die Schweiz lernte er Erasmus von Rotterdam und die Reformatoren Huldreich Zwingli und Johannes Ökolampad kennen. Laski wurde mit 22 Jahren zum Priester geweiht, dann Dekan von Gnesen, Domherr in Krakau und 1538 Archidiakon von Warschau. Sein Bruder Jaroslaw wollte für sich in Ungarn einen eigenen Herrschaftsbereich erringen und hatte sich im Nachfolgestreit um die ungarische Königskrone 1527 den Gegnern der Habsburger angeschlossen; zeitweise herrschte Jaroslaw über Siebenbürgen, Johannes sollte Bischof von Veszprém werden. Doch letztlich scheiterten die Ambitionen des Bruders, Johannes sagte sich von der katholischen Kirche los, obwohl dies seinen finanziellen Ruin bedeutete, wandte sich nach Westeuropa, traf sich mit Philipp Melanchthon und fand nach der Hochzeit mit einer jungen Frau aus einfachen Verhältnisses in Löwen (Leuven) 1540 Zuflucht in Emden, wo die Grafen schon 1520 die Reformation eingeführt hatten.

Hier wirkte Laski als Reformator, 1543 wurde er Superintendent über das gesamte Ostfriesland. Er schuf Strukturen im kirchlichen Chaos jener Zeit, die bis heute bestehen und wurde so zum Reformer in Ostfriesland auch in politischen Fragen. Das Augsburger Interim zwang ihn 1549 zur Flucht nach England, wo er in London als Superintendent für die Fremdengemeinden und Berater von König Edward VI. wirkte. 1553 wurde die katholische Mary, die Blutige, Königin von England, Laski wurde mit seiner Gemeinde ausgewiesen. Die Flucht zusammen mit 175 Glaubensgenossen, mitten im Winter, wurde zu einer Irrfahrt, da mehrere protestantische (!) Hafenstädte die Aufnahme der Flüchtlinge verweigerten. Schließlich konnte er wieder nach Emden gehen.

Im Dezember 1556 kam Laski nach Polen, wurde dort zum Begründer der reformierten Kirche und Berater von König Sigismund II.. Er versuchte dabei, die evangelischen Bekenntnisse zu vereinen; da aber die Lutheraner ebensowenig wie die böhmischen Brüder bereit waren, aufeinander zuzugehen, scheiterten seine Bemühungen. Bekannt wurde er auch als Herausgaben der Bibel in polnischer Sprache.

Catholic Encyclopedia

Die Ruine der ehemaligen Großen Kirche in Emden wurde ab 1992 von der Evangelisch-reformierten Kirche wieder aufgebaut und zum Gedenken als Johannes a Lasco Bibliothek eingerichtet.

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Quellen:
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