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1847 wurde der Lehrer Johann Ludwig Schneller von == Friedrich Spittler zum Leiter der Missionsschule in Chrischona in Bettingen bei Basel berufen, um 1855 wurde ihm die Leitung des Brüderhauses in Jerusalem übertragen. 1860 war im Libanon zwischen maronitischen Christen und den Drusen - einer aus dem Islam hervor gegangenen Gruppe - Bürgerkrieg ausgebrochen, viele Kinder verloren ihre Eltern; Schneller reiste ins Kriegsgebiet und holte sechs verwaiste Knaben in sein Haus nach Jerusalem. Schon im ersten Jahr stieg die Zahl der betreuten Waisen auf 41 Kinder.
Schneller errichtete in diesem Waisenhaus Werkstätten mit Lehrlingsausbildung
nach deutschem Muster, eine Druckerei, eine Ziegelei, eine Töpferei und
landwirtschaftliche Betriebe zur Ausbildung von Bauern. Grundlage der
strengen Erziehung war der Lehrplan der württembergischen
Volksschulen; neben Arabisch lernten die Schüler Deutsch, Kernfach war der
Religionsunterricht. 1880 wurden schon 130 Mädchen und Jungen betreut. Ab
1888 wurden in einem Seminar arabische Lehrer und Hilfspastoren ausgebildet.
Um 1900 war das Gebiet des Syrischen Waisenhauses
größer als das der
damaligen Altstadt von Jerusalem.
Johann-Ludwig Schneller (vorn Mitte) mit seiner Familie in Jerusalem

Nach Schnellers Tod führte sein Sohn Theodor die Arbeit weiter, in den 20-er Jahren konnte eine Zweigstelle in Nazaret aufgemacht werden. Nach der Errichtung des Staates Israel wurde sämtlicher Besitz als Teil der Reparationen Deutschlands für den neuen Staat enteignet, das Werk wurde in Khirbêt Qanafâr bei Zahlé im Libanon durch Hermann Schneller und in Amman in Jordanien durch Ernst Schneller - beide Enkel des Gründers - neu aufgebaut, jeweils rund 200 Kinder werden dort heute betreut und ausgebildet.
Träger dieser Arbeit sind heute protestantische Kirchen vor Ort, unterstützt
vom Evangelischen Verein für die Schneller-Schulen
mit Sitz in
Stuttgart.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
Das syrische Waisenhaus in Jerusalem
um 1930 
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