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Johann Maier studierte am Priesterseminar in Regensburg und am Germanikum in Rom, wo er 1933 seine Primiz feierte. Nach einer großen Reise quer durch Westeuropa und zu den großen katholischen Städten in Norddeutschland war er in verschiedenen Gemeinden in Bayern tätig und wurde dann Spiritual im Kloster der Strahlfelder Schwestern. Anfang 1939 kam er als Repetitor für scholastische Philosophie ans Priesterseminar in Regensburg, gleichzeitig wurde er Domprediger der Stadt. Er galt als einer der mutigsten Prediger im nationalsozialistischen Deutschland, war ein sehr beliebter Beichtvater und Freund der Künste. In den letzten Kriegstagen zeigte er sich als Mahner zu Frieden und Versöhnlichkeit.
Als am 22. April 1945 US-Panzerverbände schon an der Donau standen, forderte
Reichsverteidigungskommissar Ludwig Ruckdeschel bei einer Kundgebung die
Verteidigung Regensburgs
bis zum Äußersten
. Am nächsten Tag versammelten sich
mehrere hundert aufgebrachte Menschen bei einer Kundgebung auf dem Moltkeplatz;
Johann Maier ergriff das Wort und wollte die Menge beruhigen: nur durch eine
Bitte, nicht durch Forderungen könne man die kampflose Übergabe der Stadt
erreichen. Noch während er sprach, wurde er von Polizisten in Zivil festgenommen
- ebenso wie weitere Teilnehmer der Demonstration - und zusammen mit dem
Lagerarbeiter Josef Zirkl von einem hastig zusammengerufenen Standgericht noch
am selben Abend zum Tode verurteilt; er habe öffentlich den Willen des
deutschen Volkes zur Selbstbehauptung zu lähmen versucht
. Am frühen Morgen um
3.25 Uhr wurden Maier und Zirkl auf dem Moltkeplatz gehängt; fast zeitgleich
machten sich Wehrmachts-Einheiten und die SS bereit, die Stadt zu verlassen und
sich Richtung Süden abzusetzen.
Regensburgs Bischof Buchberger, der wohl zumindest einen Aufschub der Urteilsvollstreckung hätte erreichen können, schwieg in jener Nacht. Freunde von Maier bauten darauf, dass sein Oberhirte und das Domkapitel etwas unternehmen würden, um das Leben der Verurteilten zu retten, zumal sie die Nacht in einem Versteck in nächster Nähe des Standgerichts und Vollstreckungsortes verbrachten. Aber Bischof Buchberger hatte offenbar Angst; eine Intervention sei aussichtslos, verteidigte er sich.
* Die Amtseinführung des früheren Regensburger Professors Joseph Ratzinger als Papst Benedikt XVI. fand am 60. Todestag des Regensburger Dompredigers statt.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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