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Johann Michael Sailer, 1775 zum Priester geweiht, wurde Professor in
Ingolstadt
und Landshut,
dort für Moral- und Pastoraltheologie. Er setzte der rationalistischen
Aufklärung ein innerliches Christentum entgegen und übte großen Einfluss auf den
Katholizismus in Deutschland aus. Sein Vollständiges Lese- und Betbuch zum
Gebrauch der Katholiken
wurde auch von frommen Evangelischen geschätzt. 1819
wurde seine Berufung als Bischof von Augsburg
von Gegnern verhindert. 1822 wurde er Weihbischof in Regensburg,
1829 Bischof von Regensburg. Bald schon wurde er über die Grenzen seinens
Bistums hinaus fast wie ein Heiliger verehrt. Er galt als Vorbild eines
aufrechten Katholiken in der Zeit von Revolutionswirren und Säkularisation.
1873 wurden Sailers Werke bei der Römischen Inquisitionangeklagt, weil er
ein Häretiker gewesen sei, der die katholische Theologie durch aufklärerische
und protestantische Ideen zersetzt
habe.
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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