Ökumenisches Heiligenlexikon

Johanna-Franziska Chantal
französischer Name: Jeanne-Françoise
ganzer Nachname: Frémyot de Chantal
auch: Frémyiot de Chantal

Gedenktag katholisch: 12. August
     nicht gebotener Gedenktag
     Ordenskalender der Salesianer Don Boscos
     in den USA: 18. August
     in Mailand: 12. Dezember
     Todestag: 13. Dezember
Name bedeutet: J: Gott ist gnädig (hebr.)
F: die Fränkische (latein.)
Ordensgründerin
* 28. Januar 1572 in Dijon in Frankreich
† 13. Dezember 1641 in Moulins in Frankreich
Kartenskizze

Johanna-Franziska war die Tochter des Parlamentspräsidenten Frémyot von Burgund und wurde mit 20 Jahren dem noch jungen, vermögenden und lebensfrohen Baron Christophe de Rabutin, Baron von Chantal, vermählt, dem sie in glücklicher Ehe sechs Kinder schenkte, von denen vier überlebten. Im Jahr 1601 starb ihr Mann bei einem Jagdunfall. Dieser Schicksalsschlag machte die fromme Frau noch innerlicher; Gebet und Buße bestimmten ihr Leben, erste mystische Erfahrungen und Visionen traten auf. Unter anderem wurde ihr ihr zukünftiger Seelenführer geoffenbart. 1604 begegnete sie zum ersten Mal Franz von Sales und erkannte in ihm den in der Vision geoffenbarten Mann; es entwickelte sich eine innige Freundschaft und ein bis heute erhaltener Briefwechsel. Sie beschloss, in Zukunft ehelos zu leben. Eine Zeitlang pflegte sie Umgang mit dem Karmelitinnenkloster von Dijon und gewann Klarheit über ihre Berufung. Ihre Kinder gab sie in gute Hände, die älteste Tochter hatte den Bruder von Franz von Sales geheiratet, sie konnte nun ihrer Bestimmung leben.

Zusammen mit Franz von Sales gründete Johanna-Franziska 1610 den Orden Von der Heimsuchung Mariens, die Salesianerinnen - auch Visitantinnen -, deren Mitglieder ein heiligmäßiges Leben ohne die formalisierte Strenge anderer Orden führen sollten. Wichtig ist für die Schwestern die individuelle Enscheidung zur Nachfolge Jesu Christi und die innere Askese, nicht die Einhaltung äußerer Übungen; diese auf Franz von Sales zurückgehende Frömmigkeit wurde durch Johanna-Franziska unterstützt. Der Orden wuchs schnell, seiner Verbreitung widmete Johanna-Franziska ihre letzten Lebensjahre; bei ihrem Tod gab es bereits 44 Ordenshäuser. Sie starb am Ende ausgezehrt an Erschöpfung durch eine Lungen- und Rippenfellentzündung auf einer Visitationsreise in einem ihrer Klöster.

Johanna-Franziskas Leichnam wurde in der Salesianerinnenkirche in Annecy beigesetzt.

Auf Wunsch der französischen Bischofskonferenz wurde Johanna-Franziskas Gedenktag im Jahr 2001 auf den 12. August verlegt. Bis dahin war ihr Gedenktag der 12. Dezember, vor 1970 war es der 21. August.

Kanonisation: 1751 wurde Johanna-Franziska selig- und 1767 heiliggesprochen.
Attribute: Herz, Buch
Patronin für eine glückliche Entbindung

Catholic Encyclopedia

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Frank-Oliver Hahn, E-Mail vom 22. November 2009
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996


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