Ökumenisches Heiligenlexikon

Johannes Gualbertus
italienischer Name: Giovanni

Gedenktag katholisch: 12. Juli
     nicht gebotener Gedenktag im Benediktiner-, Trappisten- und Zisterzienserorden
     Überführung der Gebeine: 10. Oktober
Name bedeutet: Gott ist gnädig (hebr.)
Ordensgründer, Abt in Vallombrosa
* um 995 in Petroio, heute Ortsteil von Vinci bei Florenz in Italien
† 12. Juli 1073 in Passignano bei Florenz in Italien
Kartenskizze

Johannes Gualbertus

Giovanni Gualbertus   

Johannes Gualbertus war Sohn einer Adelsfamilie. Am Beginn seiner Berufung stand ein tragisches Ereignis: sein Bruder wurde ermordet, Giovanni suchte lange nach dem Täter; als er ihn endlich fand, fiel der ihm reumütig vor die Füße, worauf Giovanni ihm verzieh statt ihn - wie ursprünglich beabsichtigt - aus Rache zu töten. Bei einem anschließenden Kirchenbesuch habe sich die Figur des gekreuzigten Jesus vom Kreuz herabgeneigt und sein Haupt gesegnet, woraufhin Giovanni im Alter von 18 Jahren beschloss, sein ganzes Leben in den Dienst Jesu zu stellen.

1013 trat Johannes ins Benediktinerkloster S. Miniato in Florenz ein. 1035 verließ er das Kloster, weil ein Abt durch Simonie eingesetzt wurde. Nach kurzem Aufenthalt in Romualds Einsiedelei in Camáldoli gründete auch er 1036 eine Einsiedelei in Vallombrosa. 1037 erhielt diese - vielleicht aufgrund des Druck durch Kaiser Konrad II. - ihre Ausgestaltung als Mönchsgemeinschaft, 1038 wurde die Klosterkirche von Bischof Rudolf von Paderborn geweiht, 1039 wurde Johannes das Klostergelände von Äbtissin Itta von S. Ellero geschenkt.

Die Mönche lebten unter Johannes' Leitung sehr streng nach den Regeln des Benedikt von Nursia. Er war bis dahin Analphabet, seine Mitbrüder mussten ihm vorlesen. Er verfassten nun Regeln, beeinflusst durch die Reformen von ClunyDie Reformen von Cluny gingen im 10. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Cluny in Burgund. Ziel war die strenge Beachtung der Benediktinerregel und Vertiefung der Frömmigkeit des einzelnen Mönches sowie eine neue Gewissenhaftigkeit bei der Feier des täglichen Gottesdienstes. Die Klosterwirtschaft sollte selbständig zum Erhalt des Klosters dienen können und die Klöster aus dem Herrschaftsanspruch der weltlichen Herren aber auch der Bischöfe herausgenommen und direkt dem Schutz des Papstes unterstellt werden.. Sie sahen als Neuigkeit die Aufnahme von Laienbrüder vor, wobei eine strenge Trennung zwischen Chormönchen und Laienbrüdern vorherrschte: die ersteren durften das Kloster nie verlassen, die Laienbrüder besorgten alle Geschäfte außerhalb des Klosters. Ab 10040 gründete und reformierte Johannes weitere Klöster in der Toskana, es entstand der Orden der Vallombrosaner.

Johannes kämpfte Zeit seines Lebens gegen die Simonie, deshalb besonders gegen den Florentiner Erzbischof Pietro Mezzabarba, außerdem für die strenge Einhaltung seiner Ordensregel. Er starb auf einer Visitationsreise und wurde an seinem Todesort in der Kirche in Passignano beigesetzt.

An Johannes' Grab in Passignano, das zum Wallfahrtsort wurde, sollen sich zahlreiche Wunder ereignet haben.

Kanonisation: Giovanni wurde bereits 1093, zwanzig Jahre nach seinem Tod, heiliggesprochen.
Attribut: unterm Kreuz Jesu stehend
Patron der Forstleute und Waldarbeiter; gegen Besessenheit
Bauernregel: Der Juli bringt die Sichel / für (Jo-)Hans und Michel.

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Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996
• http://it.wikipedia.org/wiki/Chiesa_di_Santa_Maria_a_Petroio


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