Ökumenisches Heiligenlexikon

Johannes Mollio
italienischer Name: Giovanni

Gedenktag evangelisch: 4. September
Name bedeutet: Gott ist gnädig (hebr.)
Reformator, Märtyrer
* um 1500 in Montalcino bei Siena in Italien
† 5. September 1553 in Rom
Kartenskizze

Giovanni war Sohn armer Eltern, trat in den Franziskanerorden ein und wurde Professor in Brescia, dann in Mailand. Seine Bibelstudien brachten ihm das Gedankengut der Reformation von der Rechtfertigung allein aus Glauben nahe. 1532 wurde er nach Bologna versetzt, dort nahm er Kontakt auf zu der im Untergrund lebenden Gemeinde der Evangelischen. In seiner Lehrtätigkeit wurden seine reformatorischen Überzeugungen immer deutlicher erkennbar, er musste sich in Rom rechtfertigen; glücklicherweise fand er in Kardinal Contarini einen verständnisvollen Richter, so dass er seinen Beruf weiter ausüben durfte mit der Auflage, statt die Theologie des Paulus nun - unverfänglich - die Philosophie von Aristoteles zu lehren.

Weil Giovanni die Auflage missachtete, wurde er nach Neapel versetzt. Hier fand er in dem Priester == Juan Valdez, dem General im Kapuzinerorden Bernardino Ochino und dem Propst im Augustinerkloster == Peter Martyr Gleichgesinnte. Deren Predigen und Lehren wurde aber durch Beauftragte des neuen Theatinerordens sorgfältig überwacht und nach Rom berichtet. Bis 1540 gab es im Vatikan eine Gruppe von Kardinälen, die reformatorischen Gedanken zugeneigt war und die auch die vier Männer in Neapel schützte. Ab Juni 1542 aber wurde die Inquisition in Italien ungehemmt tätig. Valdez starb, Occhino und Peter Martyr flohen in die reformierte Schweiz.

Giovanni Mollio verließ Neapel ebenfalls, lebte zehn Jahre lang unstet und verfolgt an wechselnden Orten in Italien, bis er 1553 auf Befehl von Papst Julius III. in Ravenna festgenommen wurde. Er wurde nach Rom gebracht und musste - zusammen mit seinem Schüler und Gefährten Tisserano von Perugia - vor einem öffentlichen Gericht erscheinen. Sie wurden verurteilt und noch am selben Tag erst erhängt, dann verbrannt.





Quellen:


W3C