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Johannes Nepomuk von Tschiderer, Gemälde im Pfarrhaus in Sarnthein
/ Sarentino 
Johannes Nepomuk von Tschiderer zu Gleifheim studierte in Innsbruck.
1800 wurde er in Trient
zum Priester geweiht und bekleidete dann mehrere Seelsorgeposten in Südtirol.
1807 wurde er Professor für Moraltheologie am Priesterseminar in Trient, 1810 zog er
sich wieder als Pfarrer nach Sarnthein
/ Sarentino in die Gemeindeseelsorge zurück. 1819 kam er als Dekan und Schulinspektor
nach Meran,
1826 wurde er ins Trienter Domkapitel aufgenommen und 1827 zum Provikar des
deutschsprachigen Teils des Bistums ernannt. 1831 erfolgte die Ernennung zum
Generalvikar für Vorarlberg, 1832 die zum Weihbischof mit Sitz in Feldkirch
und zum Titularbischof von Helenopolis - dem heutigen Hersek;
in dieser Zeit setzte er sich besonders für die Schwabenkinder
ein,
die Kinder armer Bauern, die aus Vorarlberg nach Südschwaben
zum Arbeiten wandern mussten.
1834 erfolgte Tschiderers Berufung als Fürstbischof nach Trient,
im Mai 1835 trat er sein Amt an. Er setzte seine beispielgebende Tätigkeit in der
Seelsorge, für das Schulwesen und um soziale Ziele fort; um die den Rückgang
der Priesterschaft aufzuhalten, gründete er Konvikte in Trient,
Borgo
und Bozen.
1843 gründete er eine Bildungsanstalt für gehör- und stimmlose Menschen.
Tschiderer war Gegner der Reformen von Kaiser Joseph II., des Josephismus
,
der die Kirche und ihr Vermögen eng an den Staat band und trat für die Glaubenseinheit
in Tirol
ein.
Tschiderer selbst lebte asketisch. Bereits zu Lebzeiten wurde er von den Menschen hoch geachtet und verehrt.
Kanonisation:
Johannes Nepomuk von Tschiderers Nachfolger Benedikt Riccabona leitete 1873 den Seligsprechungsprozeß ein;
erst am 30. April 1995 wurde er durch Papst Johannes Paul II. in
Trient anlässlich der
Feiern zum 450. Jahrestag der Eröffnung des Konzils
von Trient seliggesprochen.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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