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Pedro de Raxis: Älteste und authentischste Darstellung, im Museum Casa de los
Pisa in Granada

Johannes lief als kleines Kind von zuhause fort, nachdem ihm ein Priester, der bei seiner Familie zu Gast war, begeistert von Spanien erzähle. Als nach Wochen das Kind noch nicht wiedergefunden war, starb die Mutter vor Verzweiflung, der Vater trat als Laienbruder in einen Orden ein, ohne je im Leben sein Kind wiederzusehen. Das Kind jedoch fand rund 60 km entfernt Unterschlupf bei einem Hirten, lernte lesen und schreiben, entwickelte sich zu einem klugen und vielversprechenden jungen Mann. Als man ihn drängte zu heiraten, floh er in den Militärdienst und kämpfte erst im spanisch-französichen Krieg, dann 1532 gegen die Türken vor Wien.
Johannes fühlte sich berufen, wusste aber nicht so recht, wozu. Eine seiner
Ideen war, nach Afrika in die Mission zu gehen und dort das Martyrium zu
erleiden. Von einer Wallfahrt zu
Jakobus
nach Santiago
de Compostela erhoffte er Klärung. Ein Mönch hielt ihm vor, in seiner
Berufung
verstecke sich viel Stolz und Selbstliebe, er solle sich bescheiden;
Johannes zog nach Gibraltar
und verkaufte als fliegender Buchhändler fromme Schriften und Heiligenbildchen.
Dort hörte Johannes 1538 den berühmten Bußprediger Johannes von Ávila. Der begeisterte ihn so, dass Johannes anschließend wie besessen durch die Stadt rannte und als Geisteskranker ins königliche Spital in Granada eingewiesen wurde. Als der Prediger von der verblüffenden Wirkung seiner Predigt erfuhr, besuchte er den Patienten und legte ihm als Buße auf, seine Begeisterung in Bahnen zu lenken, die anderen Menschen nütze. Johannes stellte sich die Krankenpflege zur Aufgabe. Nachts sammelte er Holz, mit dem Verkaufserlös kaufte er Arznei und Pflegemittel. 1540 konnte er in Granada ein eigenes Krankenhaus eröffnen, wo er neue Pflegemethoden praktizierte. Er kümmerte sich außerdem um Straßenkinder, Prostituierte, Arebitslose und andere Randgruppen. Immer mehr junge Leute schlossen sich ihm an, die Bewunderung und Verehrung in der Bevölkerung wuchs, es entstand ein Verein für Laien mit Aufgaben in der Krankenpflege.
Beim Versuch, einen jungen Mann aus dem Wasser vor dem Ertrinken zu retten, erkrankte der durch jahrelangen rücksichtslosen Einsatz geschwächte Johannes und starb.
Johannes wird als Schöpfer des modernen Krankenhauses
bezeichnet. Der von
Johannes gegründete Verein übernahm 1572 die Regeln der Augustiner,
aus ihm entwickelte sich der Orden der Barmherzigen Brüder
, der 1586 vom Papst
bestätigt wurde. Die Barmherzigen Brüder vom heiligen Johannes von Gott
gelten
als bedeutendster Männerorden für Krankenpflege und sind heute auf der ganzen
Welt verbreitet.
Kanonisation:
1630 wurde Johannes selig- und 1691 heiliggesprochen.
Attribute:
mit Körbchen oder Töpfen; das Jesuskind mit Granatapfel tragend
Patron
von Granada,
der Kranken und Sterbenden; der Krankenhäuser, Krankenpfleger, Friseure,
Papiermüller, Buchdrucker und Buchhändler
Der
Orden der Barmherzigen Brüder
hat eine sehr informative Homepage
mit Informationen über die Arbeit des Ordens.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon