Gedenktag katholisch: 19. März
Name bedeutet: Gott ist gnädig (hebr.)
Johannes trat nach dem Studium in Paris, Bologna und Neapel 1233 in den Franziskanerorden ein. 1245 nahm er teil am Konzil in Lyon. 1247 wurde er Generalminister seines Ordens.
Nachdem es im Franziskanerorden schon bald unterschiedliche Auffassungen über die nötige Strenge der Ordensregel und die Treue zu Franziskus' Ideen gab, konnte Johannes als Generalminister die Differenzen zunächst bereinigen. Im Streit mit der Pariser Universität über die Legitimation der Bettelorden gelang ihm ein Kompromiss durch Einlenken auf Vorstellungen des Lehrkörpers. Zusammen mit dem Generalminister der Dominikaner förderte er die brüderliche Gemeinschaft beider Orden. 1249 sandte ihn Papst Innozenz IV. zu Kaiser Johannes III. Vatatzes nach Nymphaion - dem heutigen Kemalpasa bei Ízmir in der Türkei - zu Verhandlungen über eine Union der Orthodoxen mit der römischen Kirche; sie blieben erfolglos.
Franziskanerkirche in
Città
della Pieve, heute Santuario Madonna di Fatima 
Johannes' Sympathie für die Vorstellungen von Joachim von Fiore war wohl auch getragen vom Bemühen, die Einheit im Franziskanerorden und in der Kirche generell zu bewahren; sie führte aber 1257 zu Johannes' Absetzung durch Papst Alexander IV. und zur Anklage durch Bonaventura, dem Johannes lange Jahre freundschaftlich verbunden gewesen war und den er gefördert hatte; in Città della Pieve wurde Johannes zu lebenslangem Kerker verurteilt, aus dem ihn ein wohlwollender Kardinal wenigstens in die Abgeschiedenheit des Klosters Greccio befreien konnte. Bonaventura wurde sein Nachfolger als Generalminister.
1288 wurde Johannes von Papst Nikolaus IV. noch einmal zu Unionsverhandlungen mit den Griechen abgesandt; auf der Anreise starb er.
Kanonisation:
Johannes' Verehrung wurde 1777 approbiert.
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