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Bakitas Vater war der Bruder eines StammesfĂĽrsten, er hatte sechs Kinder. Als
kleines Kind wurde sie zusammen mit ihrer Freundin von arabischen
Sklavenhändlern geraubt; die Sklavenhändler nannten sie - zynisch - Bakita
,
du hast GlĂĽck gehabt
. Als sie mit einem anderen Mädchen fliehen konnte, wurde
sie von anderen Sklavenhändlern erneut gefangen genommen. Der Sklavenhändler
behielt sie zunächst im eigenen Haushalt in El Obeid / Al
Ubayyid, schenkte sie dann einem tĂĽrkischen Offizier, der in El Obeid
stationiert war; bei ihm erlebte sie alle nur denkbaren Grausamkeiten. Der
Offizier machte sie dann dem italienischen Vizekonsul zum Geschenk.
Als dieser Vizekonsul nach Italien zurĂĽckkehren musste, lernte er in Genua
Frau Michieli und deren kleine Tochter kennen, die sich so sehr mit der
inzwischen 14 Jahre alten Bakita anfreundete, dass Bakita in der Familie
aufgenommen, aber dennoch weiterhin wie eine Sklavin behandelt wurde. Bakita
wurde dann vorĂĽbergehend in Venedig
in einem Kloster untergebracht, das zum Orden der => Canossianerinnen gehörte.
Frau Michieli forderte Bakita als ihre Besitzerin von der Ordensgemeinschaft
zurĂĽck, aber die Oberin war mutig und weigerte sich, Bakita herauszugeben. Der
Fall des Sklavenmädchens
wurde Stadtgespräch. Am 9. Januar 1890 wurde Bakita
unter großer Anteilnahme der Bevölkerung vom Kardinal und Patriarchen von
Venedig, Domenico Agostini, selbst getauft; sie erhielt den Taufnamen Josefina
Margarete.
Josefinas Wunsch, Ordensschwester zu werden, wurde wegen ihrer Hautfarbe abgelehnt. Aber der Kardinal und Patriarch setzte sich ein, so dass Josefina 1891 bei den => Canossianerinnen als Ordensschwester eintreten konnte. Die schwarze Ordensschwester wurde zur Sensation in der damaligen Kirche, das Schicksal des schwarzen Mädchens bewegte viele Menschen in Europa; sie reiste durch die Kirchen Italiens, um vom Weg ihrer Befreiung Zeugnis zu geben, Kirchen und Versammlungssäle waren überfüllt. Dieses Sich-zur-Schaustellen-Müssen war aber auch Josefinas Leidensgeschichte, in den letzten Jahren ihres Lebens durch schlimme Krankheiten verstärkt.
Als Josefina starb, zog die halbe Stadt Venedig an ihrem Totenbett vorbei; ihr schweres persönliches Schicksal hat viele Menschen aufgerichtet.
Kanonisation:
Josefina Bakita wurde 1992 von Papst Johannes
Paul II. seliggesprochen, im Oktober 2000 erfolgte durch ihn ihre Heiligsprechung.