Gedenktag katholisch: 19. März
Hochfest
bedacht im EucharistischenDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi.
Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23.
Hochgebet I
,
und im AmbrosianischenDie Ambrosianische Liturgie entstand im 8. Jahrhundert unter orientalischem Einfluss, sie wird auf Ambrosius von Mailand zurückgeführt, von dem wohl die meisten Texte auch stammen. Sie wird v.a. in der Kirchenprovinz Mailand und im Bistum Lugano benutzt. Karl Borromäus förderte diese Sonderform, im Mittelalter wurde aus ihr auch die Gleichwertigkeit des Mailänder Erzbistums gegenüber Rom abgeleitet.
Hochgebet I
Diözesankalender Köln, Osnabrück, Graz-Seckau, Feldkirch und Innsbruck
Ordenskalender der Augustiner-Eremiten
Gedenktag auch: 1. Mai
Gedenktag evangelisch: 19. März
Gedenktag anglikanisch: 19. März
Gedenktag orthodox: Sonntag nach Weihnachten
falls zwischen 25. 12. und 1. 1. kein Sonntag liegt: 28. Dezember
Gedenktag armenisch: 29. Oktober
25. Dezember
liturgische Feier am 6. Montag nach dem Kreuzerhöhungssonntag
Gedenktag koptisch: 20. Juli
Gedenktag syrisch-orthodox: 2. Sonntag vor Weihnachten
Verkündigung der Geburt Christi an Josef: 5. Adventssonntag
Name bedeutet: Gott hat hinzugefügt (hebr.)
Bartolomé Esteban Murillo: Heilige Trinität mit Maria
(links) und Joseph, 1675 - 1682, in der National Gallery in London

Joseph war der Vater - oder Ziehvater - Jesu, da nach altchristlicher Überzeugung Jesus der Sohn Gottes ist und durch den Heiligen Geist im Schoß der Jungfrau Maria gezeugt wurde.
Joseph stammte aus dem Geschlecht des Königs David,
aus dem nach dem Zeugnis des Alten Testaments der Messias hervorgehen werde. Er
lebte als Zimmermann in Nazaret
und war der Verlobte von Maria, der
Mutter Jesus - nach späterer
Überlieferung als alter, 80-jähriger Mann. Als er erfuhr, dass Maria schwanger
war, zweifelte er an deren Treue und wollte sich von ihr trennen; doch ein Engel
erklärte ihn in einem Traumgesicht, dass Maria vom heiligen Geist
schwanger
sei, und Joseph blieb bei ihr (Matthäusevangelium 1, 18 - 21). Wegen einer von
den Römern angeordneten Volkszählung musste er mit der schwangeren Maria nach
Betlehem
reisen, wo Jesus geboren wurde (Lukasevangelium 2, 1 - 7). Anschließend flohen
sie nach Ägypten, um dem Kindermord des um seine Herrschaft fürchtenden Herodes
zu entgehen (Matthäusevangelium 2, 13 - 15); nach dessen Tod im Jahr 4 n. Chr.
konnten sie nach Nazaret zurückkehren (Matthäusevangelium 2, 19 - 23). Zum
letzten Mal wird Joseph in den Evangelien erwähnt, als er und Maria den
zwölfjährigen Jesus im Tempel diskutierend mit den Schriftgelehrten vorfanden,
wobei nur von Jesu Eltern
die Rede ist und Joseph nicht explizit genannt
wird (Lukasevangelium 2, 41 - 51).
Im Neuen Testament bleibt Joseph aber immer irgendwie im Schatten: kein einziges Wort ist von ihm überliefert, er scheint stumm die Anweisungen Gottes auszuführen. Auch als er und Maria den jungen Jesus im Tempel finden, spricht nur Maria (Lukasevangelium 2, 41 - 51). Auch von seinem Tod wird nichts erzählt, Joseph verschwindet einfach.
Andrea del Sarto: Die Heilige Familie
mit Joseph, Maria und dem Jesuskind,
um 1528, in der Galleria Nazionale d'Arte Antica in Rom

Das Matthäusevangelium (13,55) nennt namentlich vier Brüder Jesu: Jakobus, Joseph, Simon und Judas, dazu mehrere Schwestern. Schon bei den frühen Kirchenvätern des Ostens gelten diese als Söhne Josephs aus einer ersten Ehe. Die Westkirche ging zunächst davon aus, die Geschwister Jesu seien nach dessen jungfräulicher Geburt von Maria und Joseph gezeugt worden. Das spätere Dogma der immer-währenden Jungfernschaft Mariens ließ sie - erstmals bei Hieronymus - zu Vettern Jesu werden, Joseph wäre also ihr Onkel gewesen.
Spätere Quellen wie das Jakobusevangelium aus dem 2. Jahrhundert berichten von der Brautwerbung Josephs. Demnach war Maria Tempeljungfrau in Jerusalem und sollte einem Mann verheiratet werden, der sie unberührt lassen würde (Josephs-Ehe). Jeder Bewerber - allesamt waren Witwer - sollte einen Stab auf dem Altar des Tempels niederlegen; Josephs Stab grünte und blühte, zudem ließ sich eine Taube als Zeichen der göttlichen Bestätigung auf seinem Kopf nieder. Als Maria trotz des Keuschheitsgebotes schwanger wurde, bezweifelten die Hohen Priester die Enthaltsamkeit der Eheleute. Um ihre Unschuld zu beweisen, mussten beide das giftige Fruchtwasser trinken, blieben aber gesund: dieses Gottesurteil sprach sie von allen Vorwürfen frei.
Josephs Verehrung lässt sich im Osten früher nachweisen als im Abendland, wo die früheste Erwähnung seines Festes am 19. März im Martyrologium von der Reichenau um 850 aufscheint - als Gedenktag wohl festgelegt in der Absicht, das Fest der Minerva, der römischen Göttin der Handwerker, zu ersetzen. Papst Sixtus IV. erklärte 1479 den 19. März zum offiziellen Festtag des Heiligen, nachdem der Josephskult seit dem 14. Jahrhundert besondes von Bettelorden gefördert wurde. Zuvor hatten Bernhard von Clairvaux und verschiedenen Mystiker sich intensiv mit Josephs Rolle in der Heilsgeschichte befasst.
Seit 1621 ist der Josephstag Fest im römischen Kalender. Die Habsburger erkoren Joseph zu ihrem Hausheiligen. Nachdem Kaiser Ferdinand II. 1620 mit einem Bild Josephs in die Schlacht gegen die pfälzisch-böhmische Armee am Weißen Berg bei Prag gezogen war und den Sieg errang, wurde der Josephstag im Habsburger Reich zum Feiertag. Papst Clemens X. erhöhte 1670 den Rang des Festes; 1714 bereicherte Papst Clemens XI. das Fest mit einem eigenen Messformular und Offizium; Papst Benedikt XIII. fügte den Josephs Namen in die Allerheiligenlitanei ein.
Georges de la Tour: Josephs Traum, um 1640, im Musée des Beaux-Arts in Nantes

Papst Pius IX. ernannte Joseph
1870 zum Patron der ganzen katholischen Kirche, Papst Pius XI. ernannte ihn 1937
zum Patron all derer, die den Kommunismus bekämpfen. Das Fest Heiliger
Joseph, der Arbeiter
, hat Papst Pius XII. 1955 eingeführt als Gedenktag,
der Joseph mit dem Tag der Arbeit am 1. Mai in Verbindung bringen soll. In
Spanien ist, wie in den meisten Ländern, der Josephstag auch der Vatertag; man
gibt den Vätern Geschenke, zum Beispiel malen die Kinder in der Schule Bilder
für ihn.
In Bayern war der Josephstag bis 1968 ein Feiertag. Die Mädchen bekamen
Blumenkränze, die ihre Jungfräulichkeit bewahren sollten oder Blumensträuße, die
beim Finden eines Bräutigams helfen sollten. Jung Verheiratete steckten sich
Josefsringe
an, um gegen Versuchungen gefeit zu sein. Nach dem Kirchgang gab
es an diesem Tag die erste Maß der Saison im Biergarten. Bis heute ist Joseph
einer der weltweit gebräuchlichsten Vornamen in nahezu hundert nationalen und
verballhornten Varianten, so im deutschen Sprachraum als Sepp, Jupp, Beppo, Joop
oder Joschka.
zeitgenössisches Josephs-Bild von Giuseppe Blasotta
Giuseppe Blasotta
aus Heidelberg
Die katholische Kirche gewährt einen Teilablass jedem Gläubigen, der das
Ad te, beate Joseph
betet:
Kanonisation:
Sowohl die orthodoxe als auch die katholische Kirche verehren Joseph als
Heiligen. In der Ostkirche begann der Kult um Joseph schon früh, die erste
Erwähnung in einem Martyrologium des Westens stammt dagegen erst aus der Zeit um
850. Papst Pius IX. ernannte Joseph
1870 zum Patron der ganzen katholischen Kirche
.
Attribute:
Jesuskind auf dem Arm, blühender Stab, Lilie, Taube, Winkelmaß
Eduardo Barrón González: Papst Pius IX. ernennt Joseph zum Patron der ganzen (katholischen) Kirche, um 1890, Relief in der Spanischen Kapelle der Basilika in Loreto
Patron
der ganzen katholischen Kirche, von Mexiko, Philippinen, Kanada, China, Böhmen,
Bayern, Peru, Russland, Vietnam und Österreich, von Tirol,
der Steiermark,
Kärnten
und Vorarlberg
*; der Ehepaare und Familien, Kinder, Jugendlichen und Waisen,
der Jungfräulichkeit, der Kämpfer gegen den Kommunismus; der Arbeiter,
Handwerker, Zimmerleute, Holzhauer, Schreiner, Wagner, Totengräber, Ingenieure,
Erzieher, Pioniere, Reisenden und Verbannten, der Sterbenden; bei Augenleiden;
in Versuchungen und Verzweiflung; bei Wohnungsnot; für einen guten Tod; der
Diözese Köln, des Bistums Osnabrück und Mitpatron des Bistums Münster
Bauernregeln:
Ist's am Josephstage klar / folget ein fruchtbares Jahr.
Ist es klar am Josephstag, / spart er uns viel Not und Plag.
Joseph klar, / gibt ein gutes Honigjahr.
Ist's am Josefstage schön, / kann's nur gut so weitergehen.
Ein schöner Josefstag bringt ein gutes Jahr.
Wenn's erst einmal Josefi ist, / so endet auch der Winter g'wiss.
Am Josefstag soll der faulste Bauer auf seinem Acker sein.
* vgl.
den Artikel
über den Landespatron Vorarlbergs
Im Kunstverlag
Josef Fink erschien gaben Hans-Otto Mühleisen, Hans Pörnbacher und Karl Pörnbacher das
Buch: Der
heilige Josef: Theologie - Kunst - Volksfrömmigkeit über Leben, Verehrung und
Darstellung in der Kunst heraus.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
Ihr Lexikon ist sehr hilfreich gewesen.
Mir ist nur eben aufgefallen, dass beim Joseph von Nazareth das Patronat Südtirols
fehlt. Joseph ist der Schutzpatron von ganz Tirol, das bedeutet er wurde Schutzpatron noch vor der Annektierung
Südtirols durch Italien. Tirol wird aber auf der Karte nur als Nord-und Osttirol gezeigt. Vielleicht könnten
Sie Südtirol noch extra dazu schreiben.
Vielen Dank im Voraus
Michaela Perktold über E-Mail, 25. Oktober 2012
Zuerst einmal herzlichen Dank für Ihre immense Arbeit, die mir immer
wieder Hilfestellungen leistet. Mit dem Artikel über den hl. Josef bin ich allerdings
nicht einverstanden. Genauer mit folgendem Satz: Die Westkirche lehrte zunächst,
die Geschwister Jesu seien nach dessen jungfräulicher Geburt von Maria und Joseph
gezeugt worden.
Vielleicht kenne ich ja wirklich nicht alle Texte, aber ich gehe
eher davon aus, dass diese Behauptung aus der Luft gegriffen ist. Darum bitte ich
Sie den Text zu ändern.
Mit freundlichen Grüßen
Viktor Hürlimann, Pfr., über E-Mail, 13. März 2012
Ich bin promovierter katholischer Theologe und Mathematiker, bin hauptamtlich im Schuldienst tätig, habe daneben Lehraufträge an der Universtät Augsburg in Philsophie und halte in den Ferien auch hin und wieder Exegesevorlesungen in Wigratzbad.
Ich habe mich verschiedentlich mit Figuren des Neuen Testaments, besonders mit Maria und den Aposteln sowie mit anderen Heiligen beschäftigt und dabei auch ab und zu das Ökumenische Heiligenlexikon konsultiert (es bietet meist hervorragende Erstinformationen zur Orientierung).
Nun stieß ich gestern auf den Artikel Joseph von Nazaret,
wo ich an einer Stelle dringend zu einer Textänderung raten möchte. Es
heißt dort:
Das Matthäusevangelium (13, 55) nennt namentlich vier
Brüder Jesu: Jakobus,
Joseph, Simon
und Judas, dazu mehrere Schwestern. Bei den frühen Kirchenvätern
des Ostens gelten diese als Söhne Josephs aus einer ersten Ehe. Die Westkirche
lehrte zunächst, die Geschwister Jesu seien nach dessen jungfräulicher Geburt
von Maria und Joseph gezeugt worden. Das
spätere Dogma der immerwährenden Jungfernschaft Mariens ließ sie zu Vettern Jesu
werden, Joseph wäre also ihr Onkel gewesen.
Mein Einwand: Das hört sich so an, als sei es zunächst
die offizielle Lehrmeinung in der Westkirche gewesen, dass Jesus
Vollbrüder gehabt hätte und Maria nicht
immerwährende Jungfrau war. Dies ist historisch unhaltbar, denn alle verfügbaren
offiziellen Stellungnahmen der frühen Kirche in Ost und West (die es erst seit
dem 4. Jahrhundert gibt) sprechen sich für die immerwährende Jungfräulichkeit aus;
Die Meinung, dass die Brüder
Jesu Vollbrüder waren, lässt sich erst gegen
Ende des 2. Jahrhunderts nachweisen, und zwar nicht von bekannten Autoren,
sondern vielmehr dadurch, dass dies vom Kirchenvater Origines
als falsche Meinung zurückgewiesen wird (siehe hierzu meine ausführliche
Begründung unter Heranziehung aller verfügbaren Quellen in der Datei
PostPartum.pdf).
Daher mein Änderungsvorschlag für den Text:
Das Matthäusevangelium (13, 55) nennt namentlich vier sog. Brüder
Jesu: Jakobus,
Joseph, Simon
und Judas, dazu mehrere Schwestern
. In der frühen Kirche gibt
es dazu verschiedene Meinungen: Für viele Kirchenväter
des Ostens galten diese Brüder
als Habbrüder Jesu, und zwar als
Söhne Josephs aus einer ersten Ehe. In der westkirchlichen Tradition
galten sie dagegen meist als Vettern Jesu, Joseph war demnach ihr Onkel.
Vereinzelt wurde auch angenommen, es seien Söhne von Joseph und Maria
gewesen, was jedoch der schon früh nachweisbaren Überzeugung von der
immerwährenden Jungfräulichkeit Mariens widersprach, an der alle
Kirchenväter in Ost und West festhielten.
Die Datei
PostPartum.pdf kann als
detaillierter Beleg für die Richtigkeit dieser Auffassung dienen.
Anmerkung: Ich bin übrigens der Meinung, dass sich
die Vetternthese auch biblisch mit guten Argumenten verteidigen lässt,
und habe hierzu einen Text in der Zeitschrift Theologisches
veröffentlicht, der zugleich online veröffentlicht ist (siehe
http://www.catholic-church.org/ao/ps/Brueder.html).
Dr. Ludwig Neidhart über E-Mail, 12. September 2010