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Jose de Ibarra: Juan Diego mit dem Bild der Jungfrau von Guadelupe und den Rosen
in seinem Mantel, 1743 
Der Indianerjunge Cuauhtlatohuac wurde in der Tradition seines Volkes, der
Chichimecca erzogen, er gehörte der großen Gruppe der einfachen Indianer an.
1521 besiegte der Spanier Hernán Cortéz die Azteken, die Christianisierung des
Landes begann, die Missionsarbeit hatte aber nutr geringe Erfolge. Schon 1524
wurde Cuauhtlatohuac zusammen mit seiner Frau -
möglicherweise vom Franziskaner-Missionar
== Turribius von Benevent - getauft und erhielt den Namen Juan Diego, seine
Frau den Namen Maria Lucia. 1529 starb seine Frau. Juan Diego erfuhr im Dezember
1531 vier Tage lang eine Erscheinung der Maria
auf einem Hügel nahe Mexiko-Stadt,
auf dem zuvor ein Heiligtum der Azteken-Göttin Tonantzin
, d. h. unsere
verehrungswürdige Mutter
gestanden hatte, das von den spanischen Eroberern
zerstört worden war: Er sah eine leuchtende Wolke, umrahmt von einem Regenbogen,
Harfenklang und Engelsgesang drang an sein Ohr, Wohlgeruch erfüllte seine Nase,
vor ihm stand eine schöne, dunkelhäutige Frau, gekleidet wie eine Aztekenprinzessin,
die sich ihm als die immerwährende heilige Jungfrau Maria, die Mutter des
wahren Gottes, von dem alles Leben kommt
vorstellte. Sie beauftragte ihn in
seiner Indianersprache Nahuatl, den Bischof in ihrem Namen um den Bau einer Kirche
an dieser Stelle zu bitten.
Bischof Zumárraga, ein Franziskaner bleib
skeptisch; Maria erschien Juan Diego ein
zweites Mal und sandte ihn wieder zum Bischof; der verlangte nun Beweise. Da erschien
Maria dem Indianer ein drittes Mal mit dem Versprechen, dem Verlangen des Bischofs zu
folgen. Tags darauf, bei der vierten Erscheinung auf dem Hügel Tepeyac, wuchsen
auf dem schneebedeckten Hügel Rosen, Juan Diego sammelte sie und
brachte sie in seinem Mantel zum Bischof; als er den Matel öffnete, um dem
Bischof die Rosen zu geben, war auf dem Mantelfutter das Gesicht von Maria zu
sehen. Der Bischof erkannte darin das Bild der Jungfrau von Guadelupe
, die in
Spanien verehrt wird; nun war er überzeugt. Noch am selben Tag wurde der todkranke
Onkel von Juan wundersamer Weise geheilt; in einer letzten Erscheinung teilte Maria
Juan mit, sie wolle als Heilige Maria, Jungfrau von Guadalupe
angerufen werden.
Noch 1531 wurde an der Stelle der Erscheinungen eine Kapelle errichtet und darin ein
Gnadenbild aufgestellt, das schnell zum Ziel vieler Pilger wurde. Nun bekehrten sich
viele Indianer doch zum Christentum. Juan Diego lebte bis zu seinem Tod in
dieser Kapelle als Büßer und Beter, auf besondere Erlaubnis seines Bischofs
durfte er dreimal wöchentlich die EucharistieEucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi.
Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. empfangen.
Ab 1695 wurde an der Stelle der Marienerscheinung eine große
Basilika erbaut. 1745 erkannte der Vatikan
das Wunder an. Kritische Stimmen bezweifeln seit langem die Existenz von Juan
Diego und nennen ihn eine Erfindung von Bischof Zumárraga, der damit die
Zerstörung des Azteken-Tempels der Tonantzin
und den Bau der Kirche im Zuge
der Christianisierung legitimieren wollte. Doch bis heute sind Juan Diego und
die Jungfrau von Guadelupe
von höchster Bedeutung für die Katholiken in Lateinamerika, Guadelupe ist mit
rund 14 Millionen Pilgern jährlich der meistbesuchte römisch-katholische
Wallfahrtsort der Welt.
Gnadenbild der Jungfrau von
Guadelupe, das Juan Diego auf seinem Mantel aufgemalt trug 
Die Bekehrungswelle, die nach dem Erscheinen des Bildes einsetzte, wird
verständlich, weil das Bild den Indianern bekannte Motive aufnahm:
• Maria erscheint umgeben von Sonnenstrahlen,
aber die Sonne selbst verschwindet hinter ihr. Das sagte den Indios, die die Sonne anbeteten:
Maria ist mächtiger als ihr Sonnengott.
• Maria steht auf einer erloschenen Mondsichel: Die Mondsichel war das Bildzeichen
für Quetzalcoatl, den gefürchteten Schlangengott, den man mit Menschenopfern beschwichtigte.
Dieses Zeichen sagte, dass Quetzalcoatl nicht mehr länger zu fürchten ist.
• Das Obergewand der schönen Dame ist grünlich-blau, trägt also die Farbe, die den
Fürsten vorbehalten war. Und es ist geschmückt mit 48 goldenen Sternen, das bedeutet: die
Frau ist mächtiger als die vielen Sterne, die die Indios als Götter verehrten.
• Auf ihrer rosa Tunika zeichnen sich Arabesken ab, die für die Azteken das Paradies
darstellten. Darunter fällt ein besonderes Zeichen auf: unmittelbar unter den Enden des
Gürtelbandes befindet sich die Sonnenblume, ein wichtiges Zeichen aztekischer Mythologie.
• vier blätterartige Rundungen, die durch einen fünften Kreis zusammengehalten werden,
bedeuten den Kontaktpunkt zwischen Himmel und Erde und zugleich das Herz, das alle
widerstrebenden Kräfte vereint und belebt.
Kanonisation:
Juan Diego wurde 1990 beim Besuch von Papst Johannes
Paul II. in Mexiko selig und 2002 beim erneuten Papstbesuch in Mexiko als
erster Ureinwohner Lateinamerikas heiliggesprochen.
Patronat:
1754 wurde die Liebe Frauen von Guadalupe
zur Patronin von Mexiko, 1910 von
ganz Lateinamerika ernannt.
Martyrologium Romanum Flori-Legium
Der Fels5/2009 - http://www.der-fels.de/2009/05_2009.pdf