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Martyrium des Judas Cyriacus, 12. Jahrhundert, im Museum fĂĽr Katalanische Kunst
in Barcelona

Legenden - mit oft antjüdischem Einschlag - erzählen, Judas sei Jude gewesen und wegen seines Übertritts zum Christentum ermordet worden; demnach war er es, der Kaiserin Helena 326 den Ort zeigte, an dem das Kreuz Christi vergraben war. Aufgrund der Zeichen, die durch das Kreuz geschahen, habe er sich bekehrt und bei der Taufe den Namen Cyriacus erhalten. Als Nachfolger Makarios I. soll er Bischof von Jerusalem geworden sein und unter Kaiser Julian Apostata das Martyrium erlitten haben.
Die Legende von der Kreuzfindung stammt aus der Zeit um 500, verarbeitete aber älteres Material. Eusebius nannte einen Judas als letzten judenchristlichen Bischof von Jerusalem in der Zeit des zweiten jüdischen Aufstandes gegen die Römer um 135.
Darstellung auf der ChorbrĂĽstung, 1189, in der Cyriacus geweihten Kathedrale
in Ancona ![]()
Weil Judas Cyriacus bei der Kreuzfindung dabei war, ist sein Gedenktag am Tag danach. Anfang des 4. Jahrhunderts sollen seine Gebeine nach Ancona überführt worden sein, wo sie heute in der ihm geweihten Kathedrale verehrt werden. Die lokale Legende machte ihn zum Bischof von Ancona, wieder andere nennen ihn als in Ancona gestorben, nachdem er auf einer Wallfahrt Rom besucht hatte. Gesicherte biografische Daten fehlen trotz der Überlieferung seiner Legende in Griechisch, Lateinisch und in fast allen orientalischen Sprachen. Das Martyrologium Romanum erwähnte ihn früher am 4. Mai als Besucher in Jerusalem, die griechischen Menäen kennen ihn am 28. Oktober als Bischof von Jerusalem.
Cyriacus' Leichnam im Glassarg in der ihm geweihten Kathedrale
in Ancona ![]()
Patron
von Ancona
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
Cyriacius' Sarg in der ihm geweihten Kathedrale
in Ancona ![]()