Ökumenisches Heiligenlexikon

Julianus von Toledo

Gedenktag katholisch: 6. März
bedacht im spanisch-mozarabischen Hochgebet

Name bedeutet: aus dem Geschlecht der Julier (latein.)

Erzbischof von Toledo
* um 652 in Toledo in Spanien
† 6. März 690 daselbst

Kartenskizze

Julianus war ein Schüler von Eugen II. von Toledo, ausgebildet in der Domschule der Stadt. Als KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. nahm er an zwei Konzilien in der Stadt teil. 680 wurde er zum Erbischof gewählt und hatte in diesem Amt den Vorsitz der Konzile von Toledo in den Jahren 681, 683, 684 und 688. Auseinandersetzungen mit Rom gab es in der Frage des Monotheletismus. Dennoch gelang es Julianus, für die Bischöfe von Toledo praktisch die Rolle des Primas für Spanien durchzusetzen.

Julianus reformierte die damals noch westgotisch geprägte Liturgie und verfasste selbst zahlreiche liturgische Texte. Von ihm sind 17 Schriften erhalten, darunter: Prognosticon futuri saeculi, Vorhersage der weltlichen Zukunft, in der Fragen der eschatologie in Dialogform dargeboten werden, und De comprobatione sextae aetatis, Über den Beweis des sechsten Zeitalters als Verteidigung des Christentums gegen die Juden; darüberhinaus stammen von ihm Schriften zum Streit um den Monotheletismus, zur Harmonisierung von Widsersprüchen in der Bibel, die Chronik eines Krieges der Westgoten und eine Biografie von Ildefons von Toledo, dazu verschiedene Gedichte.

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996