Ökumenisches Heiligenlexikon

Kajetan von Thiene
italienischer Name: Gaëtano

Gedenktag katholisch: 7. August
nicht gebotener Gedenktag

Name bedeutet: aus Gaëta stammend (latein.)

Ordensgründer
* im Oktober 1480 in Thiene bei Vicenza in Italien
† 7. August 1547 in Neapel in Italien

Kartenskizze

Fresko in der Kirche S. Paolo Maggiore in Neapel, in der Kajetan bestattet ist

Fresko in der Kirche S. Paolo Maggiore in Neapel, in der Kajetan bestattet ist

Kajetan, Sohn des Grafen Gaëtano aus der Republik Venedig, wurde schon als Kind der Heilige genannt. Er studierte Jura in Padua und wurde 1506 Geheimer Sekretär von Papst Julius II. in Rom. Hier lernte er die berühmtesten Künstler seiner Zeit kennen, u. a. == Raffael, aber auch Sittenlosigkeit und Ausschweifungen des Klerus, für dessen Reform und Ausbildung er sich besonders einsetzte.

Nach seiner Priesterweihe 1516 und der Rückkehr nach Vicenza schloss Kajetan sich der Bruderschaft des Heiligen Hieronymus an, die sich um Arme und Kranke kümmerte. Von diesen geprägt, wurde er zu einem der großen Reformer der Kirche. Von 1523 an wirkte er wieder in Rom, lernte Giampetro Caraffa, den Bischof von Chieti, den späteren Papst Paul IV. kennen, und gründete zusammen mit diesem 1524 die Kongregation der Regulierten KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien., nach dem lateinischen Namen des Bischofssitzes Theatiner genannt. Ihre Losung ist ein Jesuswort aus der Bergpredigt: Suchet zuerst Gottes Reich und seine Gerechtigkeit, dann werden euch alle Dinge hinzugefügt werden. (Matthäusevangelium 6, 33). Schon nach wenigen Wochen wurde der Orden päpstlich anerkannt, Leiter wurde Bischof Caraffa.

Beim Einfall italienischer Truppen in Rom wurde die Stadt geplündert und verwüstet, es traf auch das Ordenshaus. Die Theatiner mit Kajetan an der Spitze flüchteten nach Venedig, bekamen das Nikolauskloster zugewiesen, organisierten soziale Hilfen und bauten caritative Strukturen auf; besonders als 1528 eine Pestepidemie und Hungersnot die Stadt heimsuchte, halfen die Theatiner unermüdlich. Die Kongregation breitete sich schnell in ganz Italien aus und wurde neben den Jesuiten zur wichtigsten Kraft der Reform in der katholischen Kirche.

Giovanni Battista Piazzetta: Kajetan von Thiene mit Antonius von Padua und dem Schutzengel, um 1729, in der Kirche San Vitale in Venedig

Giovanni Battista Piazzetta: Kajetan von Thiene mit Antonius von Padua und dem Schutzengel, um 1729, in der Kirche San Vitale in Venedig

In Neapel gründete Kajetan 1533 ein Institut zur Eindämmung der Anhänger der Reformation von Martin Luther. In Vicenza, Verona und Venedig wirkte er ab 1540, ab 1543 lebte er mehr zurückgezogen als Abt eines Klosters wieder in Neapel, voll Kummer über die Missstände in der Stadt. Im Bußgewand auf Brettern schlafend starb er; beigesetzt wurde er in Neapel.

Kajetans Grab ist in der Kirche S. Paolo Maggiore in Neapel. 1662 erbaute Herzog Ferdinand von Bayern aus Dankbarkeit über die Geburt des Erbprinzen die berühmte Theatinerkirche St. Kajetan in München, 1672 wurde Kajetan zum Patron des Kurstaates Bayern erwählt.

Kanonisation: Kajetan wurde 1629 von Papst Urban VIII. selig- und 1671 von Papst Clemens X. heiliggesprochen.
Attribute: Kreuz, Lilie, Vögel, Ähren, Füllhorn
Patron von Bayern, von Neapel; gegen Pest

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon


Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://www.newadvent.org/cathen/03145a.htm
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996
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