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Kanut, der dritte von dreizehn Söhnen des dänischen Königs Sven II. Estridsen, wurde nach dem Tod seines Bruders Harald Hen um 1080 König. Im selben Jahr heiratete er die fünfzehnjährige Adela, Tochter des Grafen Robert I. von Flandern; aus dieser Ehe ging der Sohn Karl der Gute hervor.
Kanut hatte schon als Prinz im Namen des Vaters erfolgreich Außen- und Machtpolitik getrieben und die Kreuzzüge gegen die heidnischen Wenden und im Baltikum geleitet, außerdem 1069 den dänischen Englandzug seines Onkels begleitet. Gleichzeitig war er von christlich-humanistischem Geist durchdrungen. Nach seinem Regierungsantritt brachte er Kurland - das heutige Kurzeme - und Livland unter seine Herrschaft und führte dort das Christentum ein. Als König förderte er die Kirche durch großzügige Schenkungen, besonders an das spätere Erzbistum Lund, wo er 1085 den Bau einer Kathedrale ermöglichte, sowie an Roskilde und Dalby. Er unterstellte die Bischöfe direkt seiner Herrschaft und förderte den Klerus, reformierte das Sklavenrecht, beendete das Faustrecht und erließ Vorschriften zur Einhaltung der Fastenzeiten. Sein Versuch, mit dem Zehnten eine Art Kirchensteuer einzuführen, um der Kirche finanzielle Unabhängigkeit zu garantieren, scheiterte am Widerstand des Adels. Insgesamt vollzog er den Übergang von der germanischen Kirche zu einer im Sinne von Papst Gregor VII. reformierten Kirche.
Ein von Kanut geplanter Feldzug gegen Wilhelm den Eroberer zur Eroberung Englands scheiterte 1085 an der unsicheren Lage im Süden von Dänemark, die ihn zwang, nach Schleswig zu fahren. Gegen Kanut brach 1086 eine Revolte aus, weil das Volk unter der Steuerlast litt, er musste den Norden von Jütland verlassen und sich nach Fünen absetzen. In Odense wurde er zusammen mit seinem Bruder und siebzehn Gefährten umzingelt und starb, von einem Speer getroffen, auf den Stufen des Altars der Kirche des heiligen Alban, dessen Reliquien Kanut selbst aus England mitgebracht hatte.
Die infolge einer Agrarkrise ausgebrochene Not in den Jahren nach 1090 wurde
als Strafe für den Mord gedeutet; 1095 nahm der Odenser
Domklerus die Erhebung der Gebeine von
Kanut vor, 1100 fand ihre feierliche
Überführung im Dom in Odense statt, der jetzt die evangelische Knudskathedrale ist.
Die um 1124 verfasste Passio S. Canuti
, der Bericht über sein Leben und
Leiden, stellt den Beginn der dänischen Literatur dar. Seine Verehrung war im
späten Mittelalter sehr verbreitet. Zusammen mit Olaf
von Norwegen und Erik von
Schweden war er einer der großen Könige und Missionare Nordeuropas. Seine
Ehefrau == Adela von Flandern, sein Sohn Karl
I. von Flandern der Gute
und sein Neffe Knud
Lavard wurden ebenfalls heiliggesprochen.
Kanuts Person ist in der Geschichtswissenschaft umstritten: Die einen sehen ihn als Gewaltherrscher, dessen Tyrannei von der kirchlichen Überlieferung verschleiert worden sei, andere heben seine Leistungen hervor.
König Knut ordente an, dass Weihnachtszeit 20 Tage lang dauert, also erst am
13. Januar endet. In Skandinavien wird bis heute praktiziert, dass am 13. Januar,
der deshalb Knuts-Tag
genannt wird, die Christbäume abgeleert, aus den Wohnungen
befördert und oft gemeinsam verbrannt werden. Der Brauch wurde vom schwedischen Möbelkonzern IKEA
in der Werbung benützt und hat sich nun auch in Norddeutschland verbreitet.
Kanonisation:
Kanut wurde - wohl 1099 - auf Gesuch seines Bruders Erik Ejegod, des zweiten
Nachfolgers auf dem Thron, von Papst Paschalis II. heiliggesprochen.
Attribute:
Lanze oder Pfeile
Patron
von Dänemark
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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