der Heilige
Gedenktag katholisch: 10. Juli
nicht gebotener Gedenktag im deutschen Sprachgebiet
Diözesankalender Hamburg und Osnabrück
in Odense: Übertragung der Gebeine: 19. April
in Schleswig und Skandinavien: Übertragung der Gebeine: 25. Juni
Name bedeutet: der Adelige / der Freie (dänisch - althochdt.)
Kanut, der dritte von dreizehn Söhnen des dänischen Königs Sven II. Estridsson, wurde nach dem Tod seines Bruders Harald Hen 1080 König - ohne Wahl und ohne die übliche Zustimmung der Untertanen auf dem Landesthing. Im selben Jahr heiratete er die fünfzehnjährige Adela, Tochter des Grafen Robert I. von Flandern; aus dieser Ehe ging der Sohn Karl der Gute hervor.
Kanut hatte schon als Prinz im Namen des Vaters erfolgreich Außen- und Machtpolitik getrieben und die Kreuzzüge gegen die heidnischen WendenDie Wenden sind die Westslawen, die vom 7. Jahrhundert an große Teile Nord- und Ostdeutschlands bewohnten. Höhepunkt ihrer Geschichte war die Staatsbildung der Abodriten im heutigen Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg im 11. Jahrhundert. Sie kämpften gegen Dänen und Deutsche um die Vorherrschaft im südlichen Ostseeraum. Durch die fränkische Kolonisation des Ostens ab dem 11. Jahrhundert verloren sie ihre Herrschaft und es kam zur Verschmelzung mit den zugewanderten deutschen Siedlern. und im Baltikum geleitet, außerdem 1069 den Englandfeldzug seines Onkels begleitet. Zugunsten seines politischen Ziels, die Macht des Königs zu stärken, gab er sich als die Kirche fördernder Herrscher. Deshalb brach er - im Widerspruch zu seinen Vorgängern - mit dem Papst in Rom, begab sich aber damit in die Abhängigkeit des deutschen Erzbistums Hamburg.
Nach seinem Regierungsantritt brachte er Kurland - das heutige Kurzeme - und Livland unter seine Herrschaft und führte dort das Christentum ein. Als König förderte er die Kirche durch großzügige Schenkungen, besonders an das spätere Erzbistum Lund, wo er 1085 den Bau einer Kathedrale ermöglichte, sowie an Roskilde und Dalby. Er unterstellte die Bischöfe direkt seiner Herrschaft und förderte den Klerus, reformierte das Sklavenrecht, beendete das Faustrecht und erließ Vorschriften zur Einhaltung der Fastenzeiten. Sein Versuch, mit dem Zehnten eine Art Kirchensteuer einzuführen, um der Kirche finanzielle Unabhängigkeit zu garantieren, scheiterte am Widerstand des Adels. Insgesamt vollzog er den Übergang von der germanischen Kirche zu einer im Sinne von Papst Gregor VII. reformierten Kirche.
Ein von Kanut geplanter Feldzug gegen Wilhelm den Eroberer zur Eroberung
Englands scheiterte 1085 an der unsicheren Lage im Süden von Dänemark,
die ihn zwang, nach Schleswig
zu fahren. Als er 1086 im Limfjord
in Jütland eine Flotte für einen Feldzug nach England zusammenstellte, führte die Unzufriedenheit
der Schiffsmannschaft und der unter der Steuerlast leidenden Bauern und die Rivalität
seines Halbbruders Olaf - dem späteren König Olaf I. Hunger
- zu einem Aufstand.
Kanut musste sich nach Fünen
absetzen. In Odense
wurde er zusammen mit seinem Bruder Benedikt und siebzehn Gefährten umzingelt und starb,
von einem Speer getroffen, auf den Stufen des Altars der Kirche des heiligen
Alban, die er hatte bauen
lassen und dessen Reliquien er selbst
aus England mitgebracht hatte.
Die infolge einer Agrarkrise ausgebrochene Not in den Jahren nach 1090 wurde
als Strafe für den Mord gedeutet; 1095 nahm der Odenser
Domklerus im Auftrag von König Erich Ejegod, einem Bruder Kanuts, die Erhebung
der Gebeine von Kanut vor, 1100 fand ihre
feierliche Überführung im Dom in Odense statt, der jetzt die evangelische Knudskathedrale
ist. Zugleich wurde von dem englischen Mönch Ailnoth die Passio S. Canuti
, der Bericht über sein Leben und
Leiden, verfasst; deren dänische Fassung, um 1124, stellt den Beginn der dänischen
Literatur dar. Bei Papst Urban II. warb
König Erich - erfolglos - um die Kanonisierung, weil er nach angelsächsischem und
norwegischen Vorbild einen heiligen Stammvater des Königshauses anstrebte. Die Gebeine
waren einer Feuerprobe unterzogen worden, die sie nicht bestanden. Unter Papst
Paschalis II. gelang dann die Heiligsprechung.
Kanuts Person ist in der Geschichtswissenschaft umstritten: Die einen sehen ihn als Gewaltherrscher, dessen Tyrannei von der kirchlichen Überlieferung verschleiert worden sei, andere heben seine Leistungen hervor.
Kanuts Verehrung war im späten Mittelalter verbreitet. Zusammen mit Olaf
von Norwegen und Erik von
Schweden war er einer der großen Könige und Missionare Nordeuropas. Seine
Ehefrau == Adela von Flandern, sein Sohn Karl
I. von Flandern der Gute
und sein Neffe Knud
Lavard wurden ebenfalls heiliggesprochen.
König Knut ordente an, dass die Weihnachtszeit
20 Tage lang dauert, also erst am 13. Januar endet. In Skandinavien wird bis heute
praktiziert, dass am 13. Januar, der deshalb Knuts-Tag
genannt wird, die Christbäume
abgeleert, aus den Wohnungen befördert und oft gemeinsam verbrannt werden. Der Brauch wurde
vom schwedischen Möbelkonzern IKEA in der Werbung benützt und hat sich nun auch in
Norddeutschland verbreitet.
Kanonisation:
Kanut wurde 1101 auf Gesuch seines Bruders Erik Ejegod, des zweiten
Nachfolgers auf dem Thron, von Papst Paschalis II. heiliggesprochen.
Attribute:
Lanze oder Pfeile
Patron
von Dänemark
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon