Gedenktag evangelisch: 5. September
Name bedeutet: die Reine (griech.)
Katharina Schütz, Tochter eines Straßburger Schreinermeisters, heiratete 1523 den ersten evangelischen Pfarrer am Münster der Stadt, Matthäus Zell, der 1518 aus seiner Heimatstadt Freiburg verbannt worden war und sich 1521 endgültig der Reformaton angeschlossen hatte; Martin Bucer traute das Paar. Katharina Zell verfasste Schriften zu den in der Reformation kontroversen Themen, später veröffentlichte sie überwiegend Erbauliches. Sie errichtete in ihrem Pfarrhaus und später im verlassenen Franziskanerkloster von Straßburg eine Zufluchstätte für verbannte und verfolgte Protestanten: 1524 nahm sie die ersten Verfolgten aus Österreich auf, 1525 kamen über 3000 Flüchtlinge, für die sie sich einsetzte. Auf Reisen - auch ohne ihren Mann - besuchte sie Gelehrte und Reformatoren in Zürich, in Konstanz, in Nürnberg und in Wittenberg; sie kannte Huldreich Zwingli, Johannes Ökolampad, Ambrosius Blarer, Martin Luther und Philipp Melanchthon persönlich. Auch radikale Reformatoren wie Kaspar von Schwenckfeld wurden von ihr geschätzt. Zur Förderung des Kirchengesangs gab sie 1534 - 36 vier Hefte mit deutschen Kirchenliedern aus dem Gesangbuch der Böhmischen Brüder von Michael Weisse heraus.
Als ihr Mann starb, hielt sie ihm die Grabrede. Auf die Frage, ob sie als Frau das denn dürfe, antwortete sie, sie wolle keine Predigerin sein mache es nur wie Maria Magdalena.
Katharina Zell gilt als die erste Pfarrfrau und als Vorbild der Pfarrfrauen in den Jahrhunderten danach.
Die
lesenswerte Hausarbeit von Daniel Schüle über Katharina
Zell und ihre Schrift Entschuldigung
gibt es online.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon