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Giotto: Fresko, 1325, in der Bardi-Kapelle der Kirche Santa Croce in Florenz

Chiara stammte aus der adligen Familie Offreduccio von Assisi; ihr Geburtshaus wird direkt neben der Kathedrale San Rufino gezeigt. Ihrer Mutter Ortolana hatte schon vor der Geburt des Kindes ein Traum gezeigt, dass ein Licht von diesem ausgehen werde, um die christliche Welt zu erleuchten. Entgegen der Vorstellungen ihrer Familie, die eine standesgemäße Heirat erwartete, wurde sie Anhängerin des Franziskus, der sie sehr beeindruckte.
Klaras Geburtshaus, direkt neben der Kathedrale
San Rufino in Assisi ![]()
Im Alter von 18 Jahren floh Chiara aus ihrem Elternhaus mit Franziskus
in die kleine Portiuncola
-Kirche
unterhalb der Stadt. Franziskus schnitt ihr feierlich
die Haare ab, bekleidete sie mit dem groben Bußgewand, sie legte ihm die Gelübde
von Armut, Keuschheit und Gehorsam ab. Es gelang ihr, den ihr nachstellenden
Familienangehörigen die Unwiderruflichkeit ihrer Entscheidung klarzumachen,
indem sie ihnen ihr geschorenes Haupt zeigte; als aber ihre Schwester Agnes
ihr auch noch nachfolgte, schreckte die Familie selbst vor Gewalt nicht mehr
zurück.
Franziskus gründete
für Chiara, ihre Schwester Agnes
und weitere Gefährtinnen nun den Zweiten Orden der Armen Frauen
als Zweig der
Franziskaner; die Benediktiner
von San Angelo überließen ihnen das Kirchlein San
Damiano, wo Chiara als Äbtissin der sich rasch vermehrenden klösterlichen
Gemeinschaft vorstand. Ihre Schwester Beatrice folgte ihr schließlich ebenso
dorthin wie ihre Mutter Ortolana.
Giotto: Franziskus und Klara,
Fresko, 1279 - 1300, in der Oberen Basilika
San Francesco in Assisi 
Die schon als Kind kränkliche Chiara war ab 1224 ganz ans Bett gefesselt, von hier aus leitete sie ihren sich in mehreren Klöstern ausbreitenden Orden. Tiefe Frömmigkeit und Geduld in den schweren Leiden wurden ihr nachgesagt, als überaus liebevoll, zart in Wesen und Gesundheit, schildern sie die Legenden, zahlreiche wunderbare Heilungen und Begebenheiten wurden berichtet. Als 1240 und noch einmal 1241 die Assisi belagernden Sarazenen schon die Mauer ihres Klosters erstiegen hatten, ließ sich die schwer erkrankte Chiara vor die Pforte tragen, hielt die MonstranzEine Monstranz ist ein in der katholischen Kirche benütztes, meist kostbar mit Gold und Edelsteinen gestaltetes Schaustück, in dem eine geweihte Hostie gezeigt wird. Monstranzen gibt es seit dem 13. Jahrhundert, die Hostie in ihr wird verehrt und oft bei Prozessionen vorangetragen. in ekstatischem Gebet empor und brachte die davon Erschreckten dazu, zu fliehen.
Papst Gregor IX. bat sie um ihr Fürbittengebet in der Stunde seines Todes mit
dem Hinweis: Ich bin sicher, dass du beim höchsten Richter erwirken wirst, was
immer deine Beharrlichkeit in der Hingabe und deine zahllosen Tränen erbitten.
Zwei Tage nach der Bestätigung der Ordensregel durch Papst lnnozenz IV. - er tat
sich schwer, das franziskanische
Ideal vollkommener Armut für ihre Gemeinschaft als Regel zu übernehmen - starb
Chiara.
Giotto: Klara betrauert Franziskus,
Fresko, 1300 in der Oberen Basilika
San Francesco in Assisi 
In der gotischen Kirche
Santa Chiara in Assisi, erbaut 1257 bis 1265, befindet sich die Grabstätte mit dem
bis heute unverwesten Leichnam; das in dieser Kirche geweihte Klara-Wasser
helfe
Augenkranken. Das Kloster
San Damiano ist fast unverändert erhalten, im Garten dieses Kloster schrieb Franziskus seinen
berühmten Sonnengesang
.
Der später als Klarissen- oder Franziskanerinnenorden
bezeichnete Orden fand alsbald ungeheuer weite Verbreitung.
Kanonisation:
Schon 1255 wurde Chiara heiliggesprochen. Durch Papst Pius XII. wurde sie 1958
zur Patronin des Fernsehens aufgrund der an ihr gerühmten (tele-)visionären
Begabung: in der Weihnachtsnacht 1252 war ihr die Gnade zuteil geworden, von
ihrer Zelle aus die Feiern mitzuverfolgen, die in der Kirche stattfanden.
Attribute:
Äbtissinnenstab, Kreuz, Lilie, Regelbuch, Lampe, MonstranzEine Monstranz ist ein in der katholischen Kirche benütztes, meist kostbar mit Gold und Edelsteinen gestaltetes Schaustück, in dem eine geweihte Hostie gezeigt wird. Monstranzen gibt es seit dem 13. Jahrhundert, die Hostie in ihr wird verehrt und oft bei Prozessionen vorangetragen.
oder ZiboriumDas Ziborium, lateinisch für Trinkbecher
, ist ein in der katholischen und den orthodoxen Kirchen benutztes Gefäß zur Aufbewahrung der geweihten Hostien, benützt v.a. bei Haus- und Krankenkommunion.
Patronin
von Assisi;
der Wäscherinnen, Stickerinnen, Glaser, Glasmaler und Vergolder; der Blinden;
der Telegrafen, Telefone und des Fernsehens; gegen Fieber und Augenleiden;
bei schwerer Geburt
Meister von Heiligenkreuz in Österreich: Der Tod der Heiligen Klara, um
1400/1410, National Gallery of Art in Washington

Kloster San Damiano bei Assisi
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
Buchmalerei: Klara wird von Franziskus
als Nonne berufen. Aus einer Antiphonen-Sammlung der Franziskaner,
um 1435 in Bologna
oder der Gegend um Venedig

Kapelle im Haus am Geburtsort von Klara, neben der Kathedrale
San Rufino in Assisi ![]()
mumifizierter Leichnam im Glasschrein in der Krypta der Kirche San Chiara in Assisi