Lavard
Gedenktag katholisch: 7. Januar
Name bedeutet: K: der Freie (althochdt. - dänisch)
L: der Brotspender (dänisch)
Fresko in der Kirche St. Bendt in Ringsted in Dänemark
Knud war der Sohn des dänischen Königs Erik Ejegod, ein Neffe von König
Kanut dem Heiligen und der Vater von
Waldemar dem Großen. Er wurde am Hof des Herzogs von Sachsen - des späteren
Kaisers Lothar III. - erzogen, weil seine Eltern auf einer Pilgerfahrt ins
Heilige Land schon früh starben. Zwischen 1115 wurde er zum Jarl
- einer
Art Markgraf - von Süd-Jütland
mit Sitz in Schleswig
ernannt, womit er zugleich auf seinen Anspruch auf die Krone zugunsten seines
Onkels verzichtete. Knud förderte Wirtschaft und Handel, ließ Befestigungsanlagen
bauen, trieb die Befriedung des Landes voran und galt als strenger, aber gerechter
Richter. Er unterstützte Vicelin
von Oldenburg und dessen Kloster in Neumünster,
in Lübeck
ließ er eine Kirche bauen. 1129 wurde Knud von König Lothar III. mit der Herrschaft
auch über das Gebiet der Abodriten in der Gegend um Lübeck
betraut, dann konnte er seine Herrschaft auch auf das Gebiet der WendenDie Wenden sind die Westslawen, die vom 7. Jahrhundert an große Teile Nord- und Ostdeutschlands bewohnten. Höhepunkt ihrer Geschichte war die Staatsbildung der Abodriten im heutigen Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg im 11. Jahrhundert. Sie kämpften gegen Dänen und Deutsche um die Vorherrschaft im südlichen Ostseeraum. Durch die fränkische Kolonisation des Ostens ab dem 11. Jahrhundert verloren sie ihre Herrschaft und es kam zur Verschmelzung mit den zugewanderten deutschen Siedlern.
und wohl auch der Polaben um Ratzeburg
ausdehnen.
In seiner Macht gestärkt trat Knud 1129/30 auf dem Reichstag in Schleswig gegenüber seinem Onkel, dem König, als gleichberechtigter Herrscher auf und verweigerte ihm die Ehrerbietung. Von seinem Vetter Magnus Nielsen wurde er beim Thing am See bei Ringsted, wo gemeinsam Weihnachten gefeiert wurde, ermordet, weil der in Knud nun einen gefährlichen Mitbewerber um den Königsthron sah; deshalb wird er als Märtyrer verehrt.
Magnus fiel wenig später im Kampf gegen Erich II. Emune, der so seinen Bruder rächte. König Niels wurde in Schleswig von den Mitgliedern der Kaufmannsgilde erschlagen, die damit ihren Förderer rächten.
Knuds Bruder Erich II. Emune, König ab 1134, bemühte sich um die Kanonisation nach dem Vorbild von Kanut von Dänemark, um für sein Geschlecht einen heiligen Ahnen vorweisen zu können und damit das Erbkönigtum durchzusetzen; 1135 ließ er die Gebeine in die Marienkirche in Ringsted überführen, errichtete dort ein Kloster und ließ die - nur noch in Teilen erhaltene - dreibändige Lebensgeschichte verfassen. Erzbischof Eskil von Lund widersetzte sich, weil er das Prinzip der Königswahl bewahren wollte. Erst Knuds Sohn Waldemar I. dem Großen, gelang es, die Heiligsprechung zu erlangen; in seinem Auftrag wurde eine zweite Lebensgeschichte verfasst. Das Kloster Ringsted wurde zum Pilgerzentrum und Hauskloster der Königsfamilie. Viele Wunder werden von Knuds Grab berichtet, v.a Heilungen an Blinden, Stummen und Lahmen.
Knud wird als Urahn der dänischen Königsdynastie verehrt, seine Biografen zeichneten das Idealbild eines christlichen Königs, der friedliebend und gesetzestreu war und die heidnischen Slaven bekehrte. Knud gilt auch als Vorläufer von König Waldemar in Analogie zu Johannes dem Täufer. Er wurde Namensgeber mehrerer Klostergründungen im slavischen Raum; auch die Kaufmannsgilde in Schleswig benannte sich 1177 nach ihrem Förderer, in der Folge übernahmen dies auch Kaufmannsgilden in den neu gegründeten dänischen Städten.
Den Beinamen Lavard
, Herr
- er entsprichend dem englischen Lord
- erhielt Knud in der Knytlingasaga
, die von ihm erzählt. Ab dem 14. Jahrhundert
geriet Knud zunehmend in Vergessenheit, die Verehrung wurde durch die seines
gleichnamigen Onkel Knud von Dänemark verdrängt.
Kanonisation:
Knud wurde auf Betreiben seiner Verwandten von Papst Alexander
III. 1169 heiliggesprochen.
Attribute:
König mit Streitaxt, Keule
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon