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Paul Dierkes (1907 - 1968): Konrad, Skulptur in der Kirche Mariä Himmelfahrt in
Güstrow

Johannes Birndorfer wurde als elftes von zwölf Kindern eines Bauern geboren. Johannes war von klein auf ein ausgesprochen frommer Mensch. Er wollte in ein Kloster eintreten; allerdings es war nicht leicht für ihn, Aufnahme zu finden: immer wieder wurde er abgelehnt, so musste er den Wunsch aufgeben, Priester zu werden. Erst im Alter von 31 Jahren fand er Aufnahme im Kapuzinerkloster in Altötting mit dem Ordensnamen Konrad und seinen Platz fürs Leben an der Klosterpforte.
41 Jahre lang wirkte Bruder Konrad an diesem Platz, wo er mit Tausenden von Wallfahrern zu tun hatte, die mit vielerlei Anliegen und Bitten zu ihm kamen. Aber auch Kinder aus vielen armen Altöttinger Familien kamen bettelnd an die Pforte, keines von ihnen ging leer aus. Trotz seines 18-Stunden-Tages an der Pforte blieb das Gebet der Mittelpunkt von Konrads Lebens: stundenlang und nächtelang, jede freie Minuten nutzend, betete er. Zugleich hatte er ein außerordentliches Verlangen nach dem Empfang der EucharistieEucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23.; im Kloster war es üblich, zwei- bis dreimal wöchentlich die Kommunion zu empfangen. Doch Konrads Verlangen war so übermächtig, dass ihm die tägliche Kommunion erlaubt wurde, die er frühmorgens empfing, um bei den anderen kein Aufhebens zu machen. Im Alter von mehr als 75 Jahren konnte er seinen Dienst wegen der Beschwerden des Alters nicht mehr verrichten, aber noch in der Stunde seines Todes raffte er sich von seinem Lager auf und wollte zur Tür gehen, da er glaubte, dass der stellvertretende Pförtner die Glocke überhört habe. Doch er brach zusammen; bis zu seinem Tod einige Tage später sprach er kein einziges Wort mehr.
In der Kirche des Klosters in Altötting fand Konrad seine letzte Ruhestätte, sie wurde 1953 in Bruder-Konrad-Kirche umbenannt.
Bei seinem Besuch in Bayern im September 2006 würdigte Papst Benedikt XVI.
Konrad inm seiner Predigt beim Vesper-Gottesdienst in Altötting:
Er hat sich, wie es der Herr
im Gleichnis empfiehlt, wirklich auf den letzten Platz gesetzt, als demütiger
Pfortenbruder. Er konnte von seiner Zelle aus immer auf den Tabernakel
hinschauen, immer bei ihm sein. Von diesem Blick her hat er die nicht zu
zerstörende Güte gelernt, mit der er den Menschen begegnete, die fast ohne
Unterbrechung an seiner Pforte anläuteten - auch manchmal eher bösartig, um ihn
bloßzustellen; auch manchmal ungeduldig und laut: Ihnen allen hat er ohne große
Worte durch seine Güte und Menschlichkeit eine Botschaft geschenkt, die mehr
wert war als bloße Worte.
Kanonisation:
Konrad wurde 1930 von Papst Pius XI. selig und 1934 vom selben Papst heiliggesprochen.
Attribute:
als Pförtner, Brot austeilend
Patron
der katholischen Burschenvereine, des seraphischen Liebeswerks; in allen Nöten;
dritter Patron des Bistums Passau
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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