Gedenktag katholisch: 3. März
nicht gebotener Gedenktag im deutschen Sprachgebiet und in Luxemburg: 13. Juli
Hochfest im Bistum Bamberg: 3. März
Diözesankalender Fulda, Salzburg, Basel
Gedenktag der Heiligsprechung: 29. März
in Bamberg und Salzburg: Übertragung der Gebeine: 9. September
Gedenktag evangelisch: 13. Juli
Name bedeutet: die Kämpferin für ihre Sippe (althochdt.)
Kunigunde-Statue in Bamberg. Kaiser Heinrich II. schenkte 997 seiner Braut Bamberg als Morgengabe
Kunigunde, Tochter des Grafen Siegfried I. von Luxemburg, wurde um 999 die Frau von Herzog Heinrich IV. von Bayern, dem späteren Kaiser Heinrich II. 1002 wurde sie in Paderborn durch Erzbischof Willigis von Mainz zur deutschen Königin gesalbt und gekrönt; Heinrich war bereits einige Wochen zuvor in Mainz, ebenfalls von Erzbischof Willigis, gekrönt und gesalbt worden. 1014 wurden beide in Rom durch Papst Benedikt VIII. als Kaiserin und Kaiser gekrönt. Kunigunde nahm an den Regierungsgeschäften ihres Mannes regen Anteil, rund ein Drittel der Urkunden Heinrichs II. nennt sie als Mitverfasserin. Sie führte auch selbständig das Regiment, wenn Heinrich abwesend war. Heinrich und Kunigunde blieben - vermutlich wegen einer Krankheit Heinrichs - kinderlos. Die Legende erzählt, wie sie eines Tages des Ehebruchs geziehen wurde, daraufhin anbot, sich einem Gottesurteil zu unterwerfen: vor einer großen Volksmenge ging sie barfuß über glühende Pflugscharen, blieb aber unverletzt. Das Volk verehrte sie noch mehr als zuvor, für die Verleumder bat sie ihren Mann, von einer Bestrafung abzusehen.
Tilman Riemenschneider: Sarkophag für Kunigunde und Heinrich II. im Bamberger Dom
Kunigunde widmete sich den den Armen und Kranken, erbaute Siechenhäuser und stand zusammen mit ihrem Mann durch reiche Schenkungen an der Wiege des Bistums Bamberg. Zugunsten des neuen Bistums verzichtete sie auf ihre Morgengabe, was zu Spannungen mit ihren Brüdern führte, da diese die Hoffnung auf Kunigundes Erbe aufgeben mussten. Die Handwerker am Stift St. Stephan in Bamberg sollten der Überlieferung nach ihren Lohn aus der Schale, die Kunigunde für sie bereithielt, selbst entnehmen - keiner aber konnte mehr Pfennige ergreifen, als er nach seiner Leistung verdient hatte. Ein offener Konflikt mit ihren Brüdern, dem Metzer Bischof Dietrich II. und dem Herzog von Bayern, Heinrich V., brach aus, als Heinrich II. ihrem Bruder Adalbero 1008 das Erzbistum Trier verweigerte.
1008 erhielt Kunigunde den Königshof in Kassel, in dessen Nähe sie vor 1017 das Benediktinerinnenkloster Kaufungen gründete, in das sie am ersten Todestag Heinrichs 1025 selbst als einfache Nonne eintrat. Die ehemalige Kaiserin war aus Überzeugung bescheiden: sie wurde nie Äbtissin und akzeptierte selbst ihre Nichte, die sie großgezogen hatte, als Vorgesetzte - was sie allerdings nicht davon abhielt, sie einmal zu ohrfeigen, weil sie zu genusssüchtig und bequem zu werden drohte. Sie versuchte von Herzen, die Bergpredigt zu leben und die Menschen zu lieben. Als man sie auf dem Sterbebett als Kaiserin ankleiden wollte, lehnte sie dies harsch ab: das sei ihr alles fremd geworden, ihr einfaches Ordensgewand verbinde sie mit dem Himmel.
Kunigundes Lebensgeschichte verfasste ein unbekannter Autor für ihre Kanonisation.
Aus der Kinderlosigkeit des Paares wurde darin die Legende von der Josephsehe
.
Ihr Grab befindet sich nach der Erhebung und Überführung ihrer Gebeine
seit 1201 zusammen mit dem ihres Mannes im Bamberger
Dom; Tilman Riemenschneider
schuf 1499 bis 1513 den prachtvollen Sarkophag. Aus Kunigunds-Kraut
, dem Thymian,
flocht man Kränze, denen wundersame Wirkkräfte nachgesagt wurden, vor allem für Schwangere.
Ihre Verehrung als Kaiserin und Jungfrau
intensivierte sich im späteren Mittelalter,
sie übertraf die von Heinrich II. und
nahm Züge der Marienverehrung an.
Kunigunde wurde die weitgehende Verschonung Bambergs vom Bombardement im Zweiten Weltkrieg zugeschrieben: die Heilige habe Nebel aufziehen lassen und Bamberg so vor den alliierten Bombern versteckt, heißt es.
Kanonisation:
Papst Innozenz III. sprach Kunigunde am 29. März 1200 heilig.
Attribute:
Kirchenmodell, Nonne mit Buch, Witwenschleier, Pflugscharen
Patronin
der schwangeren Frauen und der kranken Kinder; des Bistums Bamberg
Bauernregeln
für den 3. März:
Kunigund / macht warm von unt'.
Wenn´s zu Kunigunde friert, / sie's noch 40 Nächt' verspürt!
Wenn`s donnert an Kunigund, / bleibt das Wetter lange bunt.
Wenn's donnert zu Kunigund, / treibt's der Winter bunt.
Lachende Kunigunde / bringt frohe Kunde.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon