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Kunissa, Tochter von Graf Kuno, möglicherweise Urenkelin von Kaiser Otto I. - gelegentlich irrtümlich als Frau von Friedrich II., Graf von Dießen-Andechs bezeichnet - verlor ihren Mann, der bei einer Wallfahrt ins Heilige Land starb. Die junge Witwe ließ in Dießen die Kirche St. Stephan erbauen und gründete das dazugehörende Kanonissenstift St. Stephan.
Die Legende berichtet, dass Kunissa täglich zur Messe in die Stephanskirche nach Dießen kam und sich dann die Kirchentür jedesmal von selbst öffnete. Einmal sei bei ihrem Kirchgang der zu überquerende Bach so angeschwollen gewesen, dass sie ihn nicht überqueren konnte; deshalb zog sie einen Pfahl aus der Umzäunung eines nahen Grundstücks; als sie dann zur Kirche kam, war die Tür geschlossen; sie erkannte, dies sei des Himmels Strafe, weil sie fremdes Gut angerührt habe, und trug den Pfahl an seinen Platz zurück, worauf sie die Pforte der Kirche wie sonst auch geöffnet fand.
Postkarte: Kloster Andechs,
um 1960 
Das von Kunissa gegründete Stift wurde um 1130 in ihren Fürstensitz auf den
heutigen heiligen Berg
verlegt, auf dem seit 1455 das Benediktinerkloster
mit der Brauerei steht. Um 1350 starb dieser Frauenkonvent wieder aus. Die
heutige Wallfahrtskirche St. Alban
am Ammersee-Ufer in Dießen
geht wohl auf die Stephanskirche zurück. Im dazu gehörenden Kloster leben und
arbeiten seit 1923 wieder Benediktinerinnen. Aus Kunissas Grab in der alten
Stephanskirche stammt eine Tonplatte, die sich heute im Bayerischen
Nationalmuseum in München
befindet, mit der Inschrift: Kunigund, die Sünderin, Herrin dieses heiligen
Ortes, starb während der Erbauung dieser Kirche am 6. März 1020
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